Mia: Elektroflitzer für die Stadt

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Mit dem Elektroflitzer Mia ist dem ehemaligen VW-Chefdesigner Murat Günak ein großer Wurf gelungen. Künftig sollen im westfranzösischen Werk Cerizay pro Jahr rund 10.000 Einheiten des ungewöhnlichen City-Mobils vom Band rollen.

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Vor allem für die Stadt: Das französische Elektro-City-Auto Mia feierte auf der Frankfurter IAA seinen offiziellen Roll-Out.
Vor allem für die Stadt: Das französische Elektro-City-Auto Mia feierte auf der Frankfurter IAA seinen offiziellen Roll-Out.
( Mai )

Der Elektroflitzer „Mia“ feierte am 13. September auf der Frankfurter IAA seinen offiziellen Roll-Out. Entworfen und gezeichnet wurde das ungewöhnliche City-Mobil vom ehemaligen VW-Designchef Murat Günak. Unter Federführung der Elektroautosparte des französischen Karosseriebauers Heuliez laufen die Vorbereitungen für die Serienproduktion des Mia auf Hochtouren. Künftig sollen im westfranzösischen Werk Cerizay pro 10.000 Jahr rund Einheiten vom Band rollen. Zum Jahresende soll der Verkauf beginnen: „Ab Dezember gibt es den Mia für gewerbliche Kunden, ab Anfang 2012 auch für private Interessenten“, sagt Oliver Bussick, der von Essen aus die Firma leitet.

Keiner ist günstiger

Angeboten wird der gerade mal 2,87 Meter lange, 1,64 Meter breite und 1,55 Meter hohe Stromer zum Marktstart in vier Varianten. Das Basismodell kostet 23.500 Euro. Eine spezielle Sparversion ist bereits für 19.500 Euro zu haben. Damit ist der Mia das mit Abstand billigste Elektroauto mit alltagstauglichen Abmessungen. Zum Vergleich: Der in Format und Fahrleistungen halbwegs vergleichbare Mitsibishi i-MiEV kostet mit seinen 34.390 Euro mehr als anderthalb mal so viel. Dritter im Bunde ist der um 32 Zentimeter gestreckte Mia L mit vier Sitzplätzen, der für 24.500 Euro angeboten wird. Zudem gibt es den Stadtstromer als Lieferwagen (22.500 Euro) für trendbewusste Händler oder Handwerker.

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In Fahrt bringt den weitgehend aus Kunststoff gefertigten und deshalb keine 800 Kilo schweren Plastikbomber ein Elektromotor mit 18 kW/24 PS, den Lithium-Eisenphosphat-Akkus im Wagenboden speisen. Standard ist eine Kapazität von acht Kilowattstunden, die für 80 bis 90 Kilometer reichen sollen. Für gut 4.000 Euro mehr gibt’s einen großen Akku mit 12 kWh und einem Aktionsradius von bis zu 130 Kilometern. Außerdem besitzt der Mini-Bus einen „Eco-Drive“-Modus, der zugunsten der Reichweite auf Knopfdruck viele Nebenverbraucher abschaltet und das Tempo drosselt. Zwar kommen andere Stromer weiter, doch steht der Mia dafür kürzer in der Box: Der kleine Akku soll an einer normalen Haushaltssteckdose nach drei und der große nach fünf Stunden geladen sein.

Auto mit besonderen Stärken

Weil der Mia vor allem als Zweit- und Stadtwagen geplant wurde, sind die Fahrleistungen - auch ohne „Eco Drive“ - allerdings eher bescheiden. Wo andere Stromer an der Ampel gerne einen Kavalierstart machen, kommt der Bonsai-Bus nur langsam in Fahrt. Und jenseits des Ortsschildes braucht man schon viel Geduld, wenn man das Spitzentempo von 110 km/h tatsächlich einmal ausreizen will. Dafür beweist der Mia andere Stärken: Dank seiner geringen Abmessungen ist er speziell im Stadtverkehr extrem handlich, surft mühelos durch den dichten Verkehr und passt in jede Parklücke. Trotz seines winzigen Formats aber ist er im Innern überraschend geräumig. Platzsparende Schiebetüren erleichtern zudem das Ein- und Aussteigen.

Völlig neu ist die Sitzverteilung. Denn wie in einem Formel 1-Boliden sitzt der Fahrer alleine und in der Mitte. Das schafft vorne Raum für breite Schultern und bei den Hinterbänklern genügend Platz für lange Beine. In der Langausführung Mia L jedenfalls sitzt man auf den Außenplätzen im Fond wie in einer Oberklasse-Limousine. Der Mittelsitz direkt hinter dem Fahrer ist allerdings nur für Kinder und Kleinwüchsige geeignet.

Mia: Für eine bessere Welt

Die Überzeugung, mit dem kleinen Plastikbomber nicht nur ein pfiffiges Auto gebaut, sondern auch etwas Gutes fürs große Ganze getan zu haben, bringt die Mia-Mannschaft mit einem kleinen Detail zum Ausdruck. Jeder, der hinter dem Steuer sitzt, erhält ein giftgrünes Armband, das den Anspruch der Unternehmer mit wenigen Worten zusammenfasst: „Der Mia kommt und wird die Welt ein kleines Stückchen besser machen.“

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