Milliardenabschreibung reißt Continental in die roten Zahlen

Seite: 2/2

„Angesichts von ungelösten Handelsstreitigkeiten, unklarem Brexit und rückläufiger Märkte haben wir uns im dritten Quartal operativ vernünftig geschlagen“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Seine Finanzprognosen bestätigte das Unternehmen. Conti erwartet in diesem Jahr demnach weiterhin zwischen 44 und 45 Milliarden Euro Umsatz. Die bereinigte Marge soll zwischen 7 und 7,5 Prozent landen.

Konzernumbau soll Kosten senken

Conti hatte bereits einen Großumbau in der Organisation sowie bei der Ausrichtung des Konzerns angestoßen. Davon könnten bis 2023 weltweit rund 15.000 Arbeitsplätze betroffen sein, 5.000 davon in Deutschland. Bis 2029 dürften sogar 20.000 Stellen betroffen sein, davon 7.000 in Deutschland. Das soll unter anderem die jährlichen Bruttokosten um 500 Millionen Euro senken. In zukunftsträchtigen Bereichen wie der Softwareentwicklung will Conti hingegen Jobs aufbauen.

Der Umbau sorgte in den ersten neun Monaten des Jahres für erste Rückstellungen in Höhe von 97 Millionen Euro. Weitere Kosten aus dem Umbau- und Sparprogramm würden für das vierte Quartal erwartet, die Höhe stehe aber derzeit noch nicht fest.

Die milliardenschwere Belastung insgesamt soll keine direkten Folgen auf die Ausschüttung haben. „Continental hat eine sehr solide Bilanz“, sagte Schäfer. „Durch die heute bekannt gegebenen Wertminderungen und Rückstellungen erwarten wir keinen wesentlichen Einfluss auf den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019.“

Der wesentliche Teil der Wertminderungen entfalle auf sogenannten Goodwill bei Übernahmen vor 2008, hieß es von Conti. Damit sind gezahlte Aufpreise für Firmenwerte gemeint. Sieht ein Unternehmen in seinen Unternehmensteilen über die Zeit wegen schlechter Aussichten wesentlich weniger Wert, muss es diese Aufpreise abschreiben.

(ID:46196360)