Milliardenabschreibung reißt Continental in die roten Zahlen

Komplettabspaltung der Antriebssparte

| Autor: dpa

(Foto: Continental)

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental gerät immer tiefer in die Krise. Eine Milliardenabschreibung im dritten Quartal reißt den Dax-Konzern nun sowohl im Quartal als auch im Gesamtjahr in die roten Zahlen, wie er am Dienstag in Hannover mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte Conti noch einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 2,9 Milliarden Euro erzielt.

Weil Conti nicht damit rechnet, dass sich die derzeitige Flaute bei der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden fünf Jahren wesentlich bessert, verbuchte das Unternehmen 2,5 Milliarden Euro an Wertminderungen.

Zudem will der Konzern seine Antriebssparte nicht mehr teilweise an die Börse bringen. Nach den Plänen des Vorstands wird der Bereich nun gleich ganz abgespalten und den Aktionären nach einer Börsennotierung ins Depot gebucht. Continental verwies auf die derzeit kaum vorhersehbaren Bedingungen für einen Teilbörsengang, der zuletzt schon nicht mehr die alleinige Option war. Der Aufsichtsrat muss dem Vorhaben noch zustimmen, zudem soll der Plan den Aktionären bei der Hauptversammlung Ende April 2020 vorgelegt werden. Im Laufe des nächsten Jahres könnte die Abspaltung dann wirksam werden.

„Im kommenden Jahr soll unser Antriebsgeschäft die erforderliche Selbstständigkeit und Handlungsflexibilität für die anstehenden Wachstumsschritte erhalten“, sagte Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart. Das Geschäft unter dem Namen Vitesco Technologies leidet unter der unklaren Aussicht für Verbrennungsmotoren, verdient aber auch mit Komponenten für Elektromotoren noch kein Geld. Wie viel Geld ein Unternehmen in einem solchen Szenario mit einem normalen Börsengang einspielen würde, ist unsicher.

Drittes Quartal: Autozuliefersparte kaum profitabel

Seit über einem Jahr tut sich Conti schwer, sich gegen die Branchenkrise in der Pkw-Industrie zu stemmen, die vor allem die Zulieferer hart trifft. Im dritten Quartal schrammte die Autozuliefersparte auch im Tagesgeschäft nur mühsam an der Verlustzone vorbei. Die operative Marge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten lag bei gerade noch 1,6 Prozent.

Insgesamt steigerte Conti den Umsatz nach vorläufigen Zahlen zwar um 2,9 Prozent auf rund 11,1 Milliarden Euro. Doch weil die Autozuliefersparte kaum noch profitabel ist, sackte die konzernweite operative Rendite von 7,1 Prozent vor einem Jahr auf 5,6 Prozent ab. Analysten hatten mit solchen Werten allerdings bereits gerechnet.

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