Mit Gebrauchtwagen könnte der Handel mehr Geld verdienen

Autor Silvia Lulei

Der Handel lässt im Gebrauchtwagengeschäft zu viel Geld liegen. Für Michael Tziatzios, Leiter Gebrauchtwagenmanagement der Dekra Automobil GmbH, liegt es vor allem daran, dass viele Betriebe ihre Prozesse nicht im Griff haben.

Michael Tziatzios: „Überleben wird nur derjenige, der seinen Markt erweitert.“
Michael Tziatzios: „Überleben wird nur derjenige, der seinen Markt erweitert.“
(Bild: Thomas Kueppers)

Herr Tziatzios, Dekra gilt als Institution beim Gebrauchtwagenmanagement. Welche Services umfasst das Dekra-Programm in diesem Bereich?

Dekra bietet unterschiedliche Bewertungsdienstleistungen für Pkws, Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und Oldtimer an. Wir optimieren Prozesse und beraten Automobilhändler, Hersteller und Importeure sowie Banken. Unser Fokus lag zuletzt stark auf Fahrzeugrücknahmen in unseren Niederlassungen. Im Zuge der Coronakrise haben wir allerdings die Anzahl der Rücknahmestationen auf 180 Standorte reduziert. Insgesamt hat Dekra 75 Niederlassungen und über 500 eigene Stationen.
Nach wie vor sehr beliebt ist das Dekra-Siegel. Ich bin erstaunt, wie groß die Nachfrage danach nach dem Lockdown war. Offensichtlich wollen die Händler die Qualität eines Gebrauchtwagens explizit dokumentieren. Flottenbetreiber unterstützt Dekra mit dem Paket „Fair Return“, das – ganz wichtig – über einen Schadenkatalog verfügt, der sich an der deutschen Rechtsprechung orientiert.

Wie hoch ist der Dekra-Marktanteil im Automobilhandel?

Rein für Bewertung und Zustandsberichte erbringt Dekra über 850.000 Dienstleistungen im Jahr. Dazu kommen Dekra-Siegel, Fahrzeugrücknahmen und so weiter. Wir haben über 250 Großkunden; ein hoher Anteil davon sind Autohandelsgruppen. Daran wird deutlich, dass der Autohandel für uns das wesentliche Standbein ist.