GTÜ-Bundeskongress 2021 Mit Zuversicht in die Zukunft

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Der 15. GTÜ-Bundeskongress in Lübeck widmete sich dem Thema „Technologie braucht Vertrauen“. Im Fokus standen die Künstliche Intelligenz (KI) im Gutachtenbereich, automatisiertes Fahren und die künftige Ausrichtung und Zielsetzung der Sachverständigen- und Prüforganisation.

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Die GTÜ-Geschäftsführer Robert Köstler und Dimitra Theocharidou-Sohns gaben einen Ausblick auf die künftigen Themenfelder des Unternehmens.
Die GTÜ-Geschäftsführer Robert Köstler und Dimitra Theocharidou-Sohns gaben einen Ausblick auf die künftigen Themenfelder des Unternehmens.
(Bild: Wenz)

Am vergangenen Wochenende hat die GTÜ – Gesellschaft für technischen Überwachung ihren 15. Bundeskongress in Lübeck abgehalten. Mit „Verbundenheit. Vertrauen. Visionen.“ überschrieben die GTÜ-Geschäftsführer Robert Köstler und Dimitra Theocharidou-Sohns ihren Bericht zur Lage und zur künftigen Ausrichtung der GTÜ.

Ohne diese „weichen“ Themen sei Erfolg in einem Unternehmen wie der GTÜ nicht möglich, sagte Köstler. Das Schlagwort „Verbundenheit“ bezogen beide Geschäftsführer in erster Linie auf das Partnernetzwerk und die Kooperationen der Stuttgarter Organisation. Das politische Netzwerk sei heute nicht mehr auf Deutschland beschränkt, führte Köstler aus. Insbesondere bei Einzel- bzw.-Typgenehmigungen und bei der periodischen Fahrzeugüberwachung spiele die Musik in der europäischen Union. Allerdings wünschte sich der Geschäftsführer, dass die Länder und Prüforganisationen im Sinne der Fahrzeugsicherheit deutlich über die europäischen Mindestanforderungen hinausgehen dürften.

Grundlage für eine vernünftige Fahrzeugüberwachung seien die Fahrzeugdaten und deren freie Verfügbarkeit für die relevanten Unternehmen. Ein sogenanntes Trustcenter, das alle Fahrzeugdaten speichert und den relevanten Marktteilnehmern gesetzlich geregelt den Zugriff erlaubt, könne die technische Überwachung in allen europäischen Ländern unterstützen.

Strategisch steht bei den Stuttgarter die Unternehmensnachfolge und der Ausbau des Partnernetzwerks im Fokus. Ziel sei aber nicht, Fahrzeuge aus den Kfz-Werkstätten abzuziehen. „Wir haben in den Werkstätten unseren festen Platz und wollen das beibehalten“, erklärte Köstler. Allerdings sei es für die GTÜ enorm wichtig, mit ihrem Partnernetzwerk flächendeckend vertreten zu sein. Welche Zahl an Partnerbüros er anstrebt, sagte Köstler nicht. Derzeit gebe es rund 1.000 Partnerbüros im Kfz-Bereich und weitere 200 im Nicht-Kfz-Bereich.

Nachwuchsgewinnung und Kompetenzzentren

Eine große Aufgabe sieht der Geschäftsführer in der Akquise von Personal. Eine Ausbildung zum Prüfingenieur nimmt nicht nur viel Zeit in Anspruch, sondern kostet zwischen 60.000 und 80.000 Euro. 2020 habe die GTÜ insgesamt 1.809 Bewerber für Praktika bzw. Bachelorarbeiten gehabt. Rund 200 Studenten hätten nach ihrem Studium dann die Ausbildung zum Prüfingenieur begonnen. An dieser Stelle bedankte sich Köstler ausdrücklich bei den Partnern, die durch die Ausbildung neuer Prüfingenieure in die Zukunft des Prüfwesens investieren.

Um sich zu verbessern, hat die GTÜ drei Kompetenzzentren gebildet, die das Know-how der GTÜ bündeln und weiterentwickeln sollen. Dies Zentren sind in

  • Michelstadt – für leichte zweispurige Fahrzeuge,
  • Mayen – für Nutzfahrzeuge,
  • Dallenberg – für Änderungsverfahren.

Dimitra Theocharidou-Sohns unterstrich die Bedeutung von Kooperationen für die GTÜ: „Wir sind ein Vollsortimenter, werden aber nicht als solcher wahrgenommen“. Passende Kooperationen sollen die Situation verändern. „Wir wollen die Welt nicht neu erfinden, sondern mit bestehenden Lösungen unsere Organisation weiter nach vorne bringen“, so Theocharidou-Sohns. Durch Kooperationen, etwa mit der DAT, seien neue Produkte entstanden, beispielsweise im Schadenmanagement. Auch im Bereich der periodischen Überwachung stellt die GTÜ mit einem einheitlichen digitalen Produkt ihre Weichen auf Zukunft. Grundlage für die fortschreitende Digitalisierung sei das GTÜ-Portal.

Lesen Sie demnächst die ausführliche Berichterstattung zum 15. GTÜ-Bundeskongress in den Fachzeitschriften »kfz-betrieb« und »Fahrzeug+Karosserie«.

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