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Mobilität ist in Deutschland gar nicht so teuer

Autor: Andreas Grimm

Deutschland diskutiert die Zukunft der Elektromobilität mit Blick auf den deutschen Markt. Doch das greift zu kurz. In vielen Märkten müssen E-Auto-Kunden finanziell noch leidensfähiger sein als hierzulande. Übrigens auch bei Verbrennern.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

In der Diskussion um die Mobilität ist häufig von den bereits hohen Kosten für Autofahrer die Rede. Ein Blick in andere europäische Länder zeigt, dass die Autonutzung vielerorts noch teurer ist. Das gilt vor allem für Elektroautos, doch auch konventionelle Fahrzeuge kommen anderswo die Halter vielfach teurer als hierzulande. Zu diesem Ergebnis kommt der Car Cost Index, den Leaseplan jährlich für 18 europäische Länder erhebt.

Blickt man auf die Kosten für das E-Auto, kommt die Leaseplan-Berechnung auf monatliche Kosten von 804 Euro, die ein E-Autofahrer hierzulande im Schnitt für Treibstoff, Wertverlust, Steuern, Versicherung und Instandhaltung im Monat aufbringen muss. Das ist zwar noch erheblich mehr als für Diesel (576 Euro) und Benzin-Fahrzeuge (587 Euro), aber im europäischen Vergleich äußerst günstig. Billiger ist der E-Autofahrer nur noch in Griechenland (656 Euro) und Großbritannien (676 Euro) unterwegs.

Ähnlich teuer wie in Deutschland ist das moderne Stromern nur noch in Frankreich (804 Euro) und in Rumänien (825 Euro). Überall sonst gehen steigen die Belastungen scheinbar ohne Begrenzung (siehe Tabelle). In Polen, den teuersten Land für Elektromobile, kostet ein Monat sogar fast 1.000 Euro. Übrigens liegen die Aufwendungen in Norwegen, dem gelobten Land für E-Mobile, ebenfalls noch 30 Euro über dem deutschen Wert.

Gleichzeitig fährt Norwegen den Kurs der Gleichberechtigung der Antriebsarten, denn auch die Fahrt mit dem Diesel und Benzinern kommt den Autofahrer teuer zu stehen. Der Aufwand liegt für alle drei Antriebsarten bei etwa 835 Euro.

Andere Autonationen sind teurer als Deutschland

In dieser Hinsicht ist die individuelle Mobilität in Deutschland tatsächlich günstig. Aber auch in Schweden, der Schweiz, Italien, Belgien und den Niederlanden kommt das Auto teurer als in Deutschland. Am günstigsten ist das Autofahren mit Benzinern und Dieselfahrzeugen in Griechenland, der Slowakei und Rumänien. Doch auch dieser Wert ist relativ, denn knapp 450 Euro sind für einen Rumänen mindestens sicher genauso schwer zu schultern wie nicht einmal 600 Euro für einen deutschen Autofahrer.

„Leider ist der Unterhaltskosten-Unterschied zwischen traditionellen Kraftstoffen und Elektro in Deutschland noch nicht geringer geworden. Hier muss sich in Zukunft noch einiges ändern, um allen Fahrern die Entscheidung für das nachhaltige Elektrofahren zu erleichtern“, sagte Roland Meyer, Geschäftsführer von Leaseplan Deutschland, zu den deutschen Zahlen.

Der Car Cost Index von Leaseplan ermittelt die Kosten für den Unterhalt eines Kleinwagen- bis Mittelklassefahrzeugs in 18 europäischen Ländern in den ersten drei Fahrzeugjahren, basierend auf einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr. Den größten Anteil der Kosten erzeugt dabei der Wertverlust, der bei Verbrennern 36 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Bei Elektroautos sind es 52 Prozent.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«