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Monatliche Kosten von E-Autos gleichen sich Verbrennern weitgehend an

Autor: Andreas Grimm

E-Autos zu fahren ist in den Volumensegmenten kaum mehr teurer als die Nutzung von Verbrennern. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Untersuchung von Leaseplan. Speziell in Deutschland ist der Unterschied nur noch marginal. Aber es gibt auch signifikante Gegenbeispiele.

Die Zahl der Elektroautos in Deutschland wächst, die Kosten für diese Form der Mobilität gleichen sich den Kosten für Verbrenner an.
Die Zahl der Elektroautos in Deutschland wächst, die Kosten für diese Form der Mobilität gleichen sich den Kosten für Verbrenner an.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Umstieg auf die Elektromobilität kostet einen durchschnittlichen Autofahrer inzwischen (fast) nicht länger mehr als wenn er bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug bleibt. Das ist zumindest das Ergebnis des „Car Cost Index“, den der Leasing- und Fuhrparkmanagement-Anbieter Leaseplan vorgelegt hat. Generell liegen die Gesamtkosten für die Nutzung und den Unterhalt eines Autos hierzulande im europäischen Mittelfeld.

Laut dem Car Cost Index summiert sich der Unterhalt in der Kleinwagen- und Kompaktklasse – einschließlich Kraftstoff/Strom, Wertverlust, Steuern, Versicherung und Instandhaltung (bei 30.000 km Fahrleistung pro Jahr) – für ein Elektroauto in Deutschland auf 730 Euro im Monat. Das ist nur noch zehn Euro teurer als die Nutzung eines Diesels und 26 Euro teurer als der Unterhalt eines Benziners.

Ergebnisse basieren auf 110.000 ausschließlich gewerblich genutzten Fahrzeugen

Die Auswertung zeige, dass mittelgroße Elektrofahrzeuge in den meisten untersuchten Ländern in punkto Kosten inzwischen mit Benzin- und Dieselfahrzeugen mithalten können, kommentiert Leaseplan das Ergebnis. Laut der vorangegangenen Untersuchung aus dem Jahr 2019 hatte in Deutschland der Kostenvorsprung der Verbrenner auf Elektromodelle noch rund 120 Euro betragen. Die deutschen Ergebnisse basieren laut Leaseplan auf den über 110.000 im Full-Service-Leasing betreuten, ausschließlich gewerblich genutzten Fahrzeuge.

„Die gute Nachricht ist, dass die Kosten für Elektrofahrzeuge sinken und wir sehen können, dass sich langsam auch ein starker Gebrauchtwagenmarkt für hochwertige Elektrofahrzeuge entwickelt“, kommentierte der Leaseplan-Geschäftsführer in Deutschland, Roland Meyer, die Zahlen. Allerdings werde vielfach noch versäumt, die Ladeinfrastruktur so auszubauen, dass sie der steigenden Nachfrage gerecht werden kann.

Die Entwicklung der monatlichen Unterhaltskosten ist dabei nicht auf Deutschland beschränkt. Im europaweiten Vergleich sind Elektroautos aus der Mittelklasse bereits in 14 der 18 untersuchten Ländern wettbewerbsfähig (nicht mehr als 5 Prozent teurer als Verbrenner). Hier haben noch Tschechien, Finnland, Griechenland und Ungarn Nachholbedarf. In der Kompaktklasse konstatiert Leaseplan volle Wettbewerbsfähigkeit in acht Ländern: neben Deutschland auch in Italien, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz und dem Vereinigten Königreich.

Kosten für Autofahren fällt zwischen den europäischen Ländern sehr unterschiedlich aus

Wie schon in früheren Untersuchungen zeigt sich, dass die Kosten für das Fahren eines Autos bei allen Antriebsarten zwischen den europäischen Ländern sehr unterschiedlich ausfallen. So kommt ein Dieselfahrer in Griechenland mit 534 Euro im Monat am günstigsten weg. Am teuersten ist es für den Fahrer eines Benziners in der Schweiz, der im Schnitt 960 Euro monatlich aufwenden muss – und damit mehr als ein E-Autofahrer mit 949 Euro (siehe auch die sortierbare Tabelle).

In vielen Ländern sind die Kosten für die unterschiedlichen Antriebsarten inzwischen relativ nahe beieinander. Die größte Differenz ergibt sich dank der E-Förderung in Norwegen. Dort kostet ein E-Fahrzeug im Schnitt 750 Euro, ein Diesel schlägt mit 913 Euro zu Buche (Differenz: 163 Euro). In die andere Richtung schlägt das Pendel in Ungarn aus, wo der Benziner 537 Euro, der Diesel 538 Euro, aber das Elektroauto 642 Euro monatlich kosten (Differenz: 105 Euro).

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«