Abmessungen spielen auch bei den Fahrzeugen der GAZ-Gruppe eine Rolle. Pkw produziert der ehemalige Sowjethersteller längst nicht mehr, dafür aber robuste Kleintransporter mit Dieselmotoren des amerikanischen Zulieferers Cummins. Hochglanzprospekte in ausschließlich kyrillischer Schrift machen einheimischen die GAZ-Produkte mit durchaus stylisch anmutenden Fotos schmackhaft. Unzählige Varianten verschieden gearteter Nutzfahrzeuge dürften zumindest einen kleinen Stammkundenkreis sichern.
Geely hingegen – Wettbewerber aus China – muss seinen Kundenkreis noch erobern. Dies soll vor allem mit attraktiven Preisen geschehen – da kann beispielsweise der MK Cross punkten: Er kostet deutlich unter 10.000 Euro. Halbe Radlauf-Chromleisten sehen äußerst gewöhnungsbedürftig aus – hier sind die Designer aus dem fernen Osten wohl auf den Umstand eingegangen, dass es der Russe gern silber glitzernd mag.
Wer dem eher tristen Interieur des Cross wenig abgewinnen kann, sollte einen Blick auf den erwachsen wirkenden Emgrand werfen. Sogar ein großes Navigationssystem mit Farbmonitor ist an Bord. Allerdings präsentiert sich das Stufenheckmodell auf den Hochglanzfotos der Prospekte weitaus vorteilhafter als in der traurig anmutenden, eher leeren Messehalle. Offensichtlich interessieren sich die Einheimischen der Ausstellung mehr für die westlich orientierten fahrbaren Untersätze.
Mürrische Aufpasser, langweilige Modelle
Diese Beobachtung lässt sich auch auf den ZAZ-Stand übertragen. Mürrische Aufpasser verstehen es, die geneigte Kundschaft fernzuhalten. Viel über die Fahrzeuge mit den Modellnamen Vida und Chance, die optisch etwas an die Koreaner der Neunziger erinnern, wissen sie nicht zu sagen. Macht nichts, die Aushänge neben den Autos selbst geben Aufschluss darüber, was man ohnehin ahnt: Unspektakuläre Saugbenziner mit bis zu 1,5 Litern Hubraum befeuern die beiden Ausführungen, welche immerhin in zehn verschiedenen Farben lieferbar sind.
Ob der Hersteller mit den langweiligen Angeboten für rund 10.000 Euro wettbewerbsfähig ist, bleibt die große Frage. Schließlich schläft auch der Volkswagenkonzern nicht, der mit der Einsteigermarke Skoda ebenfalls günstige und attraktive Modelle platziert. Außerdem sind da ja noch Chevrolet und Hyundai – ganz heiße Kandidaten, wenn es um Basis-Fortbewegung geht. Mal schauen, ob sich die einheimischen Nischenhersteller bis zur nächsten Moskau Autoshow halten können.
(ID:35345080)