Große und kleine Fahrzeuge. Solche aus Blech und sogar welche aus Stein und Holz: Das August Horch Museum erzählt auch in diesem Jahr wieder Geschichte und Geschichten gleich mehrerer Marken.
Ein sogenannter Jaray-Audi, ein aerodynamisches Konzeptfahrzeug in den 20er-Jahren von dem Ingenieur Paul Jaray entworfen, als Plastik.
(Bild: August Horch Museum)
„Museums uniting a divided world“ (Museen verbinden eine geteilte Welt), so lautet das Motto des diesjährigen Museumstages, der in Deutschland am Sonntag, den 17. Mai begangen wird. Das August Horch Museum Zwickau bietet an diesem Tag um 10 Uhr eine Sonderführung mit „Anneliese Horch“ an. Dafür schlüpft Dagmar Kröber in ein Kostüm der damaligen Zeit und erzählt unterhaltsam aus dem beruflichen, aber auch privaten Leben ihres Mannes August Horch und zeigt, wie ein Motorenprüfstand funktioniert. (Anmeldung erbeten unter fuehrung@horch-museum.de). Besondere Einblicke gibt es auch in der großen Sonderausstellung „100 Jahre Horch 8. Auf den Spuren eines Mythos“ zu sehen. Einige der sonst mehrheitlich geschlossenen Motorhauben der 13 außergewöhnlichen Exponate mit Achtzylindermotor werden an diesem Tag geöffnet sein.
Was das alles mit der Vereinigung einer geteilten Welt zu tun hat? Das August-Horch-Museum Zwickau zeigt auf rund 6.500 Quadratmetern automobile Zeugen aus über 120 Jahren Geschichte: Fahrzeuge, die in Ost und West bekannt, aber nicht alle in beiden Teilen des Landes gefahren wurden. Es zeigt den Pioniergeist von August Horch, der nach dem Verlust seiner Firma einfach Audi – lateinisch für „Horch!“ – in Zwickau gründete. Es präsentiert die Fahrzeuge der Auto Union, einem Zusammenschluss von Audi, Horch, DKW und Wanderer und es lässt den Besucher in szenischen Inszenierungen in der Zeit reisen, vom ersten in Zwickau gebauten Horch 14-17 PS, den der Förderverein in langjähriger Arbeit nachgebaut hat und der den Automobilbau 1904 in Zwickau begründete, bis hin zum Volkswagen ID.3 aus dem Jahr 2018.
Termine 2026
17. Mai: Internationaler Museumstag mit offenen Motorhauben in der Sonderausstellung „100 Jahre Horch 8. Auf den Spuren eines Mythos“, 10:00 Sonderführung mit Annelies Horch und Vorführung des Motorenprüfstands.
18./19. Juli: 4. Museumsfest mit dem 2. Treffen der „Ahnen unserer Autos (18.7.) und der 14. August Horch Klassik (19.7.), Oldtimertreffen mit Fokus auf Achtzylinder, Rahmenprogramm mit Vorträgen und Sonderführungen.
25. Oktober: Zeitsprungtag – Offene Motorhauben bei ausgewählten Achtzylinderfahrzeugen der Sonderausstellung aus den 20er- und 30er-Jahre.
Und noch bis zum 31. Mai kann man die Sonderausstellung „Form in Fahrt“ besuchen. Bei dieser stehen nicht Motorbrummen, nicht Fahrgefühl oder gar Benzingeruch im Mittelpunkt. Stattdessen stehen nur die Schönheit der Form in den Skulpturen von Alexander Stollberg im Mittelpunkt. Der Bildhauer aus Dresden möchte sich nicht als Modellbauer oder Künstler, sondern als Formgestalter mit künstlerischen Freiheiten verstanden wissen. Seine automobilen Arbeiten spiegeln vor allem die visuelle und haptische Harmonie der Stromlinienform wider, betonen sie schwung- und kunstvoll – sind schmeichelnd, verführerisch und ästhetisch.
„Jede Steinart hat etwas Besonderes“
Was fasziniert Alexander Stollberg an den windschnittigen Fahrzeugen, zu denen nicht nur der sportliche Porsche gehört, sondern auch verschiedene Renn- und Rekordwagen der Auto Union der 30er-Jahre? Horch-Musem-Kurator Randy Kämpf hat mit ihm gesprochen.
Randy Kämpf: Woher kommt das Interesse am Automobil?
Alexander Stollberg: Schon als Kind habe ich nach Autos geschaut, Spielzeugautos gesammelt und eigene Seifenkisten gebaut. Mit meiner Familie, vor allem mit meinem Vater, habe ich oft Oldtimertreffen und Rennveranstaltungen besucht. Hier wurde mein Interesse für die schönen alten Fahrzeuge geweckt. Vor allem die Formen hatten es mir angetan.
Was war Ihre erste automobile Skulptur?
Das war tatsächlich weder ein Horch noch ein Audi oder Porsche, sondern der sogenannte „Brezel-Käfer“, die erste Version des VW Käfers, der mich aufgrund seiner interessanten Form faszinierte. Daraus entstand aus Sandstein meine erste automobile Skulptur.
Wie sind Sie vom Bildhauer zu Ihren eigenen Arbeiten gekommen?
Ich habe Steinmetz gelernt und während der Ausbildung erste Arbeiten in Stein gefertigt. Zwei Jahre nach meiner Lehre entschied ich mich 1988 für eine Bildhauer-Ausbildung und absolvierte Zeichenkurse an der Kunsthochschule Dresden. Gleich nach der Wende reiste ich nach Thun in die Schweiz, um vor Ort als Bildhauer zu arbeiten. Studienreisen führten mich auch nach Italien. 1991 entstanden viele Entwürfe und freie Arbeiten, in denen ich „meine“ Form suchte. In dieser Zeit fertigte ich die ersten Automobil-Skulpturen. Dann dauerte es eine Weile: Ich arbeitete mit Bronze in der Kunstgießerei Ihle bei Dresden, zog 1997 auf einen Dreiseitenhof bei Meißen und wurde freischaffender Bildhauer. 2014 begann ich dann konsequent mit Automobil-Designstudien in Stein und Holz.
Mit welchem Material arbeiten Sie am liebsten?
Als gebürtiger Dresdner bin ich natürlich sehr vom Sandstein geprägt, aber ich arbeite auch gern mit Marmor und Muschelkalk. Jedes Material hat seine eigene Persönlichkeit: mal matt und warm, mal glänzend und kühl oder mit spannenden Einschlüssen, die von jahrtausendealter Geologiegeschichte erzählen. Jede Steinart hat etwas Besonderes und symbolisiert Zeitlosigkeit und Dauerhaftigkeit. Die Menschen – ob Römer, Griechen oder Ägypter – haben schon immer bedeutsame Dinge ihrer Zeit in Stein ausgedrückt.
Wie kamen Sie dazu, sich mit dem Material Holz auseinanderzusetzen und woher entsprang die Inspiration?
Ich bin stets auf der Suche nach interessanten und neuen Materialien. Mein erstes „Holzauto“ entstand 2016, also vor genau zehn Jahren. Es ist noch aus vollem Holz gearbeitet, ich habe dafür Ahorn verwendet. Danach habe ich mich aber auf Schichtholz spezialisiert, weil sich damit die Stromlinienform besonders schön herausarbeiten lässt. Ich hatte das Thema Multiplex und Profilierung, also die Darstellung von Linien, in einer Zeitschrift gesehen und war von der Idee gleich begeistert. Abgesehen davon, dass ich schon früher Holz für Designmodelle verwendet habe, gefiel mir auch die Verbindung zum Modellbau, bei dem ja Holz für die Prototypen zum Einsatz kommt. Für meine Arbeiten nehme ich mir allerdings die künstlerische Freiheit, sie zugunsten der Ästhetik nicht zu einhundert Prozent maßstabsgetreu zu fertigen, sondern ihre fließende Form in den Vordergrund zu stellen.
Darf man auch in Zukunft mit weiteren Fahrzeugen aus Stein, Holz oder einem anderen, neuen Material rechnen?
Auf jeden Fall. Ich habe noch viele Ideen im Kopf
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