Servicegeschäft Neue Plattform will Fremdkäufer in Heimatwerkstätten bringen

Autor: Martin Achter

Kunden kaufen Autos heute auch weit außerhalb ihrer Heimatregion – wenn der Preis lockt. Aber wie bekommt die Markenwerkstatt am Wohnort diese Käufer in die Werkstatt? Eine neue Plattform hat sich dies zur Aufgabe gemacht. Dahinter steht ein Digitalexperte aus dem Markenhandel.

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Fremdkäufer in die Markenwerkstatt in der Heimatregion vermitteln: Dieser Aufgabe widmet sich die neue Plattform Lead 4 Car, hinter der ein Digitalexperte aus dem Automobilhandel steht.
Fremdkäufer in die Markenwerkstatt in der Heimatregion vermitteln: Dieser Aufgabe widmet sich die neue Plattform Lead 4 Car, hinter der ein Digitalexperte aus dem Automobilhandel steht.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Der Preis ist oft heiß: Viele Kunden kaufen Autos heute auch bei Händlern weitab von ihrem Wohnort. Aber wie kann der Markenhändler in der Heimat dafür sorgen, dass diese Kunden für den Service zu ihm in die Werkstatt kommen und dort Umsätze generieren? An diesem Punkt setzt die neue Plattform Lead 4 Car an.

Hinter der Plattform stehen das Berliner Beratungsunternehmen Kabema Consulting und der Digitalexperte Markus Gold, der im Aschaffenburger Autohaus Robert Kunzmann (Mercedes-Benz, Smart) das Business Development verantwortet. Die Geschäfte von Lead 4 Car leitet Kabema-Geschäftsführer Ben Hübner.

Vermittlung im Verkaufsgespräch

Die Plattform funktioniert so: Händler können Käuferkunden, die von außerhalb ihres Marktbetreuungsgebiets kommen, an andere Markenhändler in den jeweiligen Heimatregionen als Servicelead vermitteln. Dafür holen die Verkäufer in der Fremdregion noch im Beratungsgespräch die Zustimmung der Kunden ein, ihren Kontakt an Servicepartner in der Heimat weitergeben zu dürfen.

Händler in den jeweiligen Heimatregionen hinterlegen zuvor im System von Lead 4 Car, wie viel ihnen Serviceleads unterschiedlicher Kundengruppen wert sind. Der Händler in der Fremdregion, der dem Kunden das Fahrzeug verkauft, sieht dann, welcher Händler ihm vor Ort beim Kunden am meisten Geld für den jeweiligen Servicelead bietet. Diesem Händler bleibt dann noch die Aufgabe, den Lead für sich in einen Werkstattauftrag umzuwandeln.

Start Mitte Juli

Die Plattform startet Mitte Juli mit einer Gruppe von Mercedes-Benz-Händlern. Lead 4 Car will bis zu 50 Unternehmen in die Testphase integrieren. Mit dabei wird auch das Aschaffenburger Autohaus Kunzmann sein, das Entwicklungspartner für die Plattform ist.

Der Kauf von Kundenkontakten über die Plattform könnte Händler Beträge im zweistelligen bis unteren dreistelligen Euro-Bereich je Lead kosten, wie Kunzmann-Digitalexperte und Lead-4-Car-Mitgründer Markus Gold sagt. Die Plattform selbst finanziert sich über Provisionen für die Vermittlung der Kontakte. Für die Zukunft seien eine monatliche Grundgebühr und ergänzend Provisionen für die Leads angedacht.

Markenhändler, die an Serviceleads interessiert sind, können auf der Plattform angeben, wie viel ihnen unterschiedliche Leads wert sind. Dabei sind Abstufungen nach Modellreihen, Fahrzeugalter und Umkreis möglich.

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Über den Autor

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Ressortleiter Management & Handel / »kfz-betrieb«