Neuer AU-Leitfaden: Nun doch Übergangsfrist

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Eigentlich war alles klar: Zum 1. Januar – mit der generellen Endrohrmessung – wurde die AU-Softwareversion 5.01 eingeführt. Eine Übergangsfrist war ursprünglich nicht vorgesehen. Doch nun kommt es anders.

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Seit dem 1. Januar gilt eigentlich der Leitfaden 5.01 bei der AU. Doch nun es gibt eine Übergangsfrist.
Seit dem 1. Januar gilt eigentlich der Leitfaden 5.01 bei der AU. Doch nun es gibt eine Übergangsfrist.
(Bild: GTÜ)

Nicht nur die Wege des Herrn sind manchmal unergründlich, auch die der Politik. So verkündete die Verkehrsblattverlautbarung „Zur Weiterentwicklung der Abgasuntersuchung“ Nr. 158 am 20. September 2017 (VkBl. 19/2017 Seite 852) die Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung. Diese wurde zum 1. Januar wirksam – soweit bekannt. Da die Vorlaufzeit für die AU-Gerätehersteller, einen neuen Leitfaden (Softwareversion) zu erstellen, zugegeben sportlich bemessen war, kam der Gesetzgeber kurze Zeit später auf die Idee, eine Übergangsregelung nachzuschieben. Das, was man gleich hätte machen können – und in vergleichbaren Fällen meist auch tut, wurde nun mit Stichtag 31.12.2017 ergänzt (siehe „Technische Mitteilungen“ in »kfz-betrieb« 5/2018 S. 53 f).

AU-Betriebe, die noch keinen Leitfaden 5.01 installiert haben, dürfen auch weiterhin mithilfe der Leitfaden-Versionen 4 und 5 Abgasuntersuchungen durchführen. Leitfaden 4: Hier dürfen Betriebe Fahrzeuge bis einschließlich der Euro-Stufe 5/V prüfen. Leitfaden 5: Auf wessen AU-Tester diese Softwareversion installiert ist, der darf auch an Euro-6/VI-Fahrzeugen messen. Dabei muss er aber Folgendes beachten: Der AU-Prüfer muss das anzugebende Erstzulassungsdatum im Rahmen des jeweiligen OBD-Prüfablaufs auf „31.12.2005“ setzen. Dadurch besteht eine AU-Durchführung immer aus einer Funktionsprüfung „Abgas“ und einer Funktionsprüfung „OBD“. Ergänzend ist vom AU-Prüfer im Feld „Bemerkungen“ das korrekte Erstzulassungsdatum des geprüften Kraftfahrzeugs (Otto, Diesel) manuell über den Hinweis „Endrohrmessung eingeleitet; Erstzulassung: XX.XX.20XX“ zu erfassen

Eigentlich kein Aufschub nötig

Notwendig war die noch im alten Jahr verkündete Aktion des Gesetzgebers im Nachhinein betrachtet nicht: „Die neue AU-Gesetzgebung konnten die Gerätehersteller zügig und rechtzeitig umsetzen. Insbesondere die reinen Softwareupdates bereiteten keine Probleme“, erklärt Harald Hahn, Vizepräsident des Bundesverbands der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA), auf »kfz-betrieb«-Anfrage. Das brachte auch eine Umfrage unter den führenden Herstellern von AU-Geräten zutage, die in Heft 51/2017 erschien.

Was ebenso verwundert: Angemessen wäre eine Übergangsfrist von circa drei Monaten. Weshalb Vater Staat eine von satten zwölf Monaten vorgesehen hat? „Jetzt passiert genau das, was man mit einer angemessenen Übergangsfrist vermeiden wollte: Etliche Werkstätten werden mit dem Update nun warten, so dass wir zur Jahreswende 2018/2019 mit einem Engpass rechnen“, so Harald Hahn.

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