Tachomanipulation Neues Konzept gegen Tachobetrug

Von Steffen Dominsky

Es gibt einen weiteren Datenbankanbieter im Kampf gegen Tachomanipulation: Die Experian GmbH hat eine Quelle gefunden, die ihr dokumentierte Kilometerstände von Fahrzeugen liefert. Doch reicht allein das aus, um einen belastbaren Auto-Lebenslauf zu generieren?

Ein aktueller Test des ADAC beweist: Trotz entsprechender gesetzlicher Vorgaben kann man den Kilometerstand aktueller Autos nach wie vor problemlos manipulieren.
Ein aktueller Test des ADAC beweist: Trotz entsprechender gesetzlicher Vorgaben kann man den Kilometerstand aktueller Autos nach wie vor problemlos manipulieren.
(Bild: ADAC/ Markus Sippl)

Wer das Thema schon einige Zeit verfolgt, fühlt sich irgendwie nach Punxsutawney versetzt. Genau, jener US-Kleinstadt, die als Kulisse für die Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ fungiert. Analog zu dieser spielt sich hierzulande alles rund um Tachomanipulation wie in einer Zeitschleife ab: Böse Buben, die an Speicherbausteinen für Kilometerstände herumoperieren, Gebrauchtwagenkäufer, die hinsichtlich der Laufleistung geprellt werden, Autobauer, die ihre Kisten offenbar nicht sichern können, Automobilclubs, die die Missstände offen legen und Besserung verlangen, und, last but not least, Anbieter von Datenbanken, die mittels digitalem Lebenslauf versprechen, gedrehte Fahrzeuge zu entlarven – seit vielen Jahren beginnt das Spiel immer wieder von vorn.

Genau aus dieser Zeitschleife ein für alle Mal ausbrechen möchte nun die Experian GmbH. Seit Mitte November ist das Unternehmen aus Wiesbaden mit seinem Produkt „CarCert“ am Start, einem Auto-Lebenslauf für Gebrauchtwagen. Das entsprechende Zertifikat gibt’s für 29,99 Euro. Es beinhaltet laut Anbieter die wichtigsten Informationen und Daten eines Fahrzeugs wie Kilometerstände und Ergebnisse von Hauptuntersuchungen (HU). Damit möchten die Hessen den „verbreiteten Betrug mit zurückgedrehten Kilometerständen“ aufdecken.