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Niedersachse gewinnt Bundesleistungswettbewerb

| Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Der deutsche Meister der Kfz-Mechatroniker heißt Daniel Hartmann, Franziska Schildhauer ist beste Auszubildende und Sandra Jäger vertritt das Kfz-Gewerbe international.

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Drei glückliche Gewinner: (v. li.) Sandra Jäger, Deutsche Teilnehmerin an den Euro Skills und World Skills, Bundessieger Daniel Hartmann und Casting-Siegerin Franziska Schildhauer.
Drei glückliche Gewinner: (v. li.) Sandra Jäger, Deutsche Teilnehmerin an den Euro Skills und World Skills, Bundessieger Daniel Hartmann und Casting-Siegerin Franziska Schildhauer.
( Schmidt )

Der diesjährige Bundesleistungswettbewerb der Kfz-Mechatroniker bot Spannung bis zur letzten Aufgabe. Erst kurz vor Schluss des Wettbewerbs konnte sich der Niedersachse Daniel Hartmann durchsetzen und holte die Goldmedaille. Platz zwei ging an Franziska Neubert aus Hessen, Platz drei an Lennart Biermann aus Nordrhein-Westfalen.

Zum Wettkampf hatten sich in diesem Jahr Teilnehmer aus 13 Bundesländern am 11. November im Bildungszentrum der Handwerkskammer Südthüringen in Rohr-Kloster versammelt. Hier mussten sie 16 anspruchsvolle Aufgaben aus den fünf Themenbereichen Fahrzeugsysteme, mechanische Systeme, Fahrzeuguntersuchung, Motormanagement von Ottomotoren und Motormanagement von Dieselmotoren bewältigen. Als Prüfer waren Werkstattpraktiker und Schulungsprofis aus dem gesamten Bundesgebiet angereist.

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Wichtige Diagnosekompetenz

Im Wesentlichen mussten die Landesmeister Diagnose- und Systemkompetenz beweisen, um bei den vielfältigen Aufgaben zu punkten. An den Stationen galt es, Gründe dafür zu finden, dass Motoren nicht starten oder unrund laufen sowie dafür, dass eine Klimaanlage nicht mehr kühlt und eine Frontscheibe beschlägt.

Natürlich fehlten auch die Motormechanik und die Arbeit an einem Gasfahrzeug nicht. Auch eine Achsvermessung, ein Wintercheck und eine Getriebediagnose gehörten zum Programm. Ferner mussten die Aspiranten verschiedene Aufgaben an der Fahrzeugelektronik bewältigen. Ganz besonders schwierig war gleich die erste Station, denn die mussten die Teilnehmer komplett in englischer Sprache bearbeiten. Hier galt es, einen Fehler in einem CAN-Datenbus aufzuspüren.

Einen großen Anteil an der Bewertung hatte dabei der Diagnoseweg. Die Prüfer beobachteten sehr genau, ob die Teilnehmer strukturiert und systematisch an die Arbeit gingen oder den Fehler eher zufällig fanden.

Alle Aufgaben hatten Olaf Hollandt, Fachbereichsleiter Kfz im BTZ Rohr-Kloster, und sein Team perfekt vorbereitet. Viele Autohäuser der Region hatten das BTZ mit Fahrzeugen unterstützt, an denen die Teilnehmer auf Fehlersuche gehen konnten.

Mehr Girls ans Auto

Parallel zum Bundesleistungswettbewerb wollte der ZDK auch wieder wissen, wer die talentierteste Frau in der Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin ist. Elf junge Damen aus dem gesamten Bundesgebiet stellten sich dem Wettbewerb. Hier siegte Franziska Schildhauer aus Sachsen-Anhalt vor Martina Senger und Sandra Jäger, beide aus Bayern.

Auch die Aufgaben für die weiblichen Auszubildenden waren durchaus anspruchsvoll. Sie reichten von der Diagnose von Motormanagement-Systemen und der Beleuchtung bis hin zu Elektrik- und Elektronikproblemen. Alle Teilnehmerinnen zeigten nach Auffassung der Prüfer dabei gute Leistungen.

Das ist auch der Grund, warum die drittplatzierte Sandra Jäger nun die Chance bekommt, ihr Können bei den Euro Skills 2012 in Belgien und den World Skills 2013 in Leipzig unter Beweis zu stellen. Denn sie ist als einzige unter den Top-Platzierten beider Wettbewerbe noch so jung, dass sie bei beiden Meisterschaften teilnahmeberechtigt ist. Damit vertritt erstmals eine Frau das Deutsche Kfz-Gewerbe bei internationalen Berufsmeisterschaften.

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