Oldtimer werden mit steigendem Alter immer verkehrssicherer

Autos erreichen „Mängelspitze“ mit 22 Jahren

| Autor: Steffen Dominsky

Die GTÜ glänzt unter der Sachverständigenorganisationen mit einer sehr hohen Expertise im Bereich der Fahrzeugklassiker.
Die GTÜ glänzt unter der Sachverständigenorganisationen mit einer sehr hohen Expertise im Bereich der Fahrzeugklassiker. (Bild: GTÜ 02/2017)

Auch wenn der Handelsmarkt aktuell andere Signale sendet: Der Oldtimerboom in Deutschland ist ungebrochen, die Zahl der zugelassenen Klassiker nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu. Derzeit sind knapp 480.000 Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen unterwegs – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von elf Prozent. Doch nicht jeder Oldtimer trägt ein H-Kennzeichen und so sind insgesamt sogar rund 700.000 Autos, Lkws, Busse und Zweiräder im Alter von 30 und mehr Jahren zugelassen.

Diese Fahrzeuge hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) hinsichtlich ihres Abschneidens in der Hauptuntersuchung unter die Lupe genommen. Dieses Mal haben die Statistiker Vorkriegsfahrzeuge und Klassiker der Altersgruppe 30 bis 40 Jahre verglichen. „Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Meist sind die alten Schätzchen gut in Schuss und im Vergleich zu vielen ihrer jüngeren ‚Artgenossen' mit deutlich weniger technischen Mängeln unterwegs“, lautet das positive Resümee der Organisation. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die meist sehr gepflegten Klassiker mit H-Kennzeichen bei den Mängeln im Durchschnitt auf dem Niveau der acht bis neun Jahre alten Pkws in der GTÜ-Mängelstatistik liegen“, lautet das positive Resümee der Organisation.

Mit H-Kennzeichen besser als ohne

Mit Erreichen des offiziellen Oldtimeralters haben weniger als 50 Prozent der Pkws mit H-Kennzeichen einen Mangel. Von den 30 bis 40 Jahre alten Autos sind 29,3 Prozent der Klassiker mit „geringen Mängeln“ unterwegs. Der Anteil der „erheblichen Mängel“ liegt bei 17 Prozent. Mehr als die Hälfte der Klassiker (53,7 Prozent) erhält bei der HU die neue Prüfplakette bereits im ersten Anlauf. Zum Vergleich: Bei den Oldtimern ohne H-Kennzeichen sind über 55 Prozent der Fahrzeuge mängelbehaftet. „Geringe Mängel“ wurden hier bei 31,8 Prozent und „erhebliche Mängel“ bei 23,3 Prozent festgestellt. 44,9 Prozent absolvierten die Hauptuntersuchung „ohne erkennbare Mängel“.

Ein völlig anderes Bild geben die Klassiker aus der Vorkriegszeit ab: Bei den für den Straßenverkehr zugelassenen Oldtimern der Baujahre 1920 bis 1940 sind 75 Prozent der Fahrzeuge in meist sehr gepflegtem Zustand und ohne jegliche Mängel. Lediglich 18,4 Prozent der historischen Fahrzeuge aus diesem Zeitraum weisen „geringe Mängel“ auf, bei nur 6,6 Prozent stellten die GTÜ-Prüfingenieure „erhebliche Mängel“ fest.

Eine ebenso interessante Zahl ist der sogenannte „Mängel-Peak“. Bis zu einem Alter von 22 Jahren nimmt die Mängelhäufigkeit bei der HU stetig zu und erreicht hier ihre Spitze. Je älter ein Fahrzeug dann wird, desto besser auch sein technischer Zustand.

Historischer Onlineauftritt überarbeitet

In völlig neuem Gewand präsentiert sich der Classic-Auftritt der GTÜ im Internet. Wichtig zu wissen: Die Webadresse ändert sich. Aus www.gtue-oldtimerservice.de wird ab 25. März www.gtue-classic.de. Inhaltlich erwartet Besucher hier wie schon bislang eine einzigartige automobiltechnische Sammlung. Sie besteht unter anderem aus:

  • 20.000 Fachpublikationen,
  • 38.000 Einzelnachweisen,
  • 1.800 Fachbüchern und Medien,
  • 14.000 Marktwerten,
  • Checklisten und Kaufverträgen.

Auf diese Inhalte können neben den GTÜ- beziehungsweise GTÜ-Classic-Partnern in gewissen Bereichen auch Kfz-Betriebe und Endverbraucher zugreifen. Einige Informationen stehen nur gegen Entgelt zur Verfügung. Die Bezahlung erledigen Nutzer mithilfe der neuen Plattform nun deutlich bequemer.

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