Opel Adam: Famoser Farbkasten

Trend-Fahrzeug mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

| Autor: Jens Rehberg

Sollte sich der Kunde an einer Farbe sattsehen, können einzelne Dekore unkompliziert ausgetauscht werden.
Sollte sich der Kunde an einer Farbe sattsehen, können einzelne Dekore unkompliziert ausgetauscht werden. (Foto: Rehberg)

Das „Angrillen“ bei den Opel-Partnern am 19. Januar wird ein Farbenfest, denn der Marktstart des Adam soll die erneut stattfindende Aktion flankieren. Kommt es so, wie die Vertriebsstrategen in Rüsselsheim es sich erhoffen, dann überholt der extrem individualisierbare Mini in seinem Segment schon im ersten Jahr den Hauptwettbewerber Fiat 500. Das sagt bei Opel natürlich niemand öffentlich, aber in Gesprächen mit den Managern im Rahmen einer Modellpräsentation für Pressevertreter war herauszuhören, dass 2013 zwischen 15.000 und 20.000 verkaufte Einheiten in Deutschland erwartet werden (Fiat 500/Jan.-Okt. 2012: 16.645). Die Eroberungsquote unter den Käufern soll bei 50 Prozent liegen.

Das Zeug dazu hat der kleine Paradiesvogel: So bekommt der Kunde für etwa 16.000 Euro (Basispreis: 11.500 Euro) ein ausreichend motorisiertes Auto, das mit einigen nützlichen Technik-Optionen wie Lenkrad-/Sitzheizung und Smartphone-Integration ausgestattet ist, vor allem aber stilistisch sehr eigen vorfährt – zum Beispiel mit Zweifarbenkarosserie, Alurädern, Alu-Pedalen, zahlreichen Zierelementen in Chrom oder Wagen- bzw. Kontrastfarbe und einem Schachbretthimmel. Drin sind außerdem Klimaanlage, Bordcomputer, Geschwindigkeitsregler, Berganfahr-Assistent sowie ein zuschaltbarer City-Modus für die Servolenkung.

Dazu ist der in Eisenach gefertigte Adam tadellos verarbeitet – die Qualitätsanmutung im Innenraum ist im Hinblick auf den genannten Preis nahezu beispiellos.

Der Adam wird viele Neukunden in die Schauräume ziehen, denn an diesem Auto gibt es so viel zu sehen, dass den Interessenten die Internet-Recherche alleine in vielen Fälle nicht reichen dürfte – auch wenn sie im Netz auf der Adam-Microsite einen sehr guten Konfigurator finden, mit dem Opel die hohe Komplexität der Ausstattungsvielfalt vorbildlich reduziert. Der Interessent wählt zunächst als Vorfilter eine der drei Ausstattungslinien und baut sein Wunschfahrzeug dann sukzessive auf fünf weiteren thematisch geordneten Ebenen aus.

Dabei fallen sofort die moderaten Optionspreise auf: So ruft Rüsselsheim zum Beispiel für eines der zahlreichen Designpakete mit Dach und Außenspiegeln in Kontrastfarbe, farbiger Grillspange, farbigen 17-Zoll-Alurädern, speziellen Teppichen und zahlreichen zusätzlichen Dekor-Elementen innen knapp 800 Euro auf. Lenkrad- und Sitzheizung kosten zusammen 350 Euro. Das Infinity-Sound-System mit acht Lautsprechern inklusive Kofferraum-Subwoofer gibt’s für 400 Euro. Den automatischen Parkassistenten – der zum Quer- sowie zum Längseinparken einwandfrei funktioniert – kommt mit Einparkhilfe vorn und hinten sowie Toter-Winkel-Warner in beiden Außenspiegeln für 580 Euro. Und die Smartphone-Integration über einen farbigen 7-Zoll-Touchscreen, die in Kombination mit der „Bring-Go“-App (40 Euro) zum fest eingebauten Navigationssystem wird, kostet 300 Euro. Das System unterstützt sowohl IOS als auch Android und ist über das Lenkrad steuerbar.

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Technische Daten

Kombinationen ohne Ende

Derzeit bereitet Rüsselsheim die Verkäufer intensiv auf das zentrale Adam-Thema „Individualisierung“ vor. Denn allein in Sachen Design wollen 12 Karosseriefarben, 3 zusätzliche Dachlackierungen, 31 Rad/Reifen-Designs, Felgen-Zierclips in 6 Farben (Option), 4 Innenraumgrundtöne, 15 Sitz-Designs, 19 exklusive Dekore – zum Teil hinterleuchtet, 6 unterschiedliche Dachhimmel – darunter ein LED-„Sternenhimmel“, gut kombiniert werden.

„Kommt der Kunde nicht mit einer fertigen Konfiguration ins Autohaus, reichen dem Verkäufer zwei Schlüsselfragen, um ihm die passende Ausstattungslinie vorschlagen zu können“, erläutert Opel-Marketing-Direktor Andreas Marx im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Unterstützen soll dabei eine Schautafel, die neben dem Adam im Showroom stehen wird und einen schnellen Überblick über die Ausstattungsvielfalt geben kann.

Zur Positionierung des Adam innerhalb der Opel-Palette sagt Marx: „Beim Corsa bekommt die Zielgruppe, die ja eine ähnliche wie beim Adam ist, mehr Auto für weniger Geld.“ Der Adam teilt sich mit dem Corsa zwar die Plattform, ist mit 3,70 Meter aber 30 Zentimeter kürzer. Der Agila dagegen runde eher das Zafira/Meriva-Konzept nach unten ab und spreche mit seiner erhöhten Sitzposition vor allem eine ältere Kundengruppe an.

Andreas Marx rechnet beim Adam-Volumen mit einem gewerblichen Anteil von rund 20 Prozent – nicht zuletzt durch Vermieter. Konkrete Anfragen hätte es unter anderem auch aus dem Touristik-Sektor gegeben.

Klopp bleibt länger

Der zuletzt erfolgreich präsentierte Markenbotschafter Jürgen Klopp wird laut dem Marketing-Direktor bei der Adam-Einführung keine Rolle spielen. Nichtsdestotrotz sei die Zusammenarbeit mit dem Bundesliga-Trainer durch „einen langfristigen Vertrag“ abgesichert. „Fußball ist für uns eine wichtige Plattform zur Aktivierung der Marke“ sagt Marx – neben Trikots zum Sponsern lokaler Teams gebe es demnächst auch Trainingsanzüge zu guten Preisen für die Händler.

Bei der Werbung zum Adam-Start würden alle Medienkanäle gleichermaßen bedient, so Marx weiter. Einen besonderen Schwerpunkt lege man im Hinblick auf die Zielgruppe der „Jüngeren und Junggebliebenen“ auf das Thema Kinowerbung. Außerdem sei eine Roadshow in den Metro-Areas geplant – mit einer Flotte verschieden ausgestatteter Adams könne man die Hauptaspekte der Kampagne am besten vermitteln. Für den neuen Stadtflitzer will Marx zudem ausnahmsweise die CI-Struktur bei der Plakat- und Anzeigenwerbung aufbrechen. Das soll den Eindruck der Unkonventionalität unterstreichen.

Beim Privatleasing können Adam-Kunden GMAC- oder ALD-Verträge mit einer Vollkasko-Police der Allianz für zusätzliche 9,90 Euro pro Monat koppeln – das Angebot gilt auch für Fahranfänger. Über die Höhe der Leasingraten gibt es allerdings noch keine Angaben.

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