Opel Grandland-X: Smarter Deal

Marketingchef: „Wir kommen zur richtigen Zeit“

| Autor: Jens Rehberg

(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Kurz nach dem Crossland-X bringt Opel im Herbst eine weitere Peugeot-Koproduktion im SUV-Bereich an den Start: Den etwas größeren Grandland-X. Obwohl der Boom im Hochbeinersegment nun schon eine geraume Zeit anhält, erwartet Marketing-Direktor Christian Löer auch weiterhin eine fortschreitende „SUVisierung“ des deutschen Pkw-Marktes.

„Sowohl an Stückzahlen als auch am Umsatz gemessen hat das SUV-Segment seit kurzem den größten Anteil am Gesamtmarkt“, sagte Löer am Rande einer Fahrzeugpräsentation für die Presse am Mittwoch im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Vor allem im B-SUV-Segment, wo Opel mit dem Mokka und dem Crossland vertreten ist, sieht der Manager auch künftig hohes Wachstumspotenzial, aber auch das Kompakt-SUV-Segment wachse nach wie vor. Da hier das Angebot gerade mit vielen neuen Produkten im Crossover-Bereich noch vielfältiger und dadurch auch zusätzliche Nachfrage erzeugt werde, ist Löer sich sicher, mit dem neuen Grandland zur richtigen Zeit in das Segment einzutreten. Nichtsdestotrotz räumt er angesichts des starken und fest etablierten Wettbewerbs ein, „relativ spät“ zu kommen.

„Wir glauben aber, dass wir als deutsche Marke mit dem Grandland-X vielen Kunden eine Heimat geben können, die wir bisher in diesem Segment einfach nicht bedient haben.“ Besonders bei den SUVs gebe es eine ausgeprägte Wechselbereitschaft der Kunden zwischen Importmarken und deutschen Fabrikaten. „Mit dem Grandland-X haben wir ein Produkt, das technisch gesehen mit seinen Wettbewerbern auf Augenhöhe – bei einigen auch ein Stück darüber – ist.“ Besonders in Sachen Design und Proportionen könne das neue Auto punkten. Zudem gebe es unter den in Deutschland gefertigten C-SUVs in der Grandland-Preiskategorie nicht allzu viel Auswahl – „das Gesamtpaket stimmt einfach.“

Als weiteren großen Pluspunkt sieht Christian Löer das im Verhältnis zu den kompakten Gesamtabmessungen sehr großzügige Innenraumangebot. Außerdem ist er sich sicher, dass der kleine 1,2-Liter-Turbobenziner seine Fangemeinde finden wird.

Zu Volumenzielen für das neue Fahrzeug wollen sich die Opelaner wie gewohnt nicht äußern. Nach den Reaktionen auf entsprechende Nachfragen darf aber wohl angenommen werden, dass ein deutsches Volumen unter 20.000 Einheiten im ersten vollen Verkaufsjahr bei den Vertriebsverantwortlichen keine Feierlaune auslösen würde. Zur Einordnung: Der Mokka-X hatte zuletzt zwei Jahre mit jeweils über 30.000 Verkäufen.

Unter seinen direkten Wettbewerbern dürfte sich der Grandland – so alles nach Plan läuft – hinter VW Tiguan (2016: Rund 64.000 Einheiten), Ford Kuga (35.000) und dem Hyundai Tucson (25.500) einreihen. Es folgen, gemessen an den letzten Jahresabsatzzahlen in Deutschland, der Renault Captur (21.000), Kia Sportage (18.000) und der Mazda CX-5 (17.000).

Während sich der kleinere Mokka in erster Linie an tendenziell wertkonservativere Männer über 55 Jahren richtet, die auch vorwiegend im ländlichen Raum leben, sieht Opel die Kernzielgruppe für den Grandland in Männern zwischen 40 und 50 Jahren, die einen „urban-progressiven Lifestyle“ pflegen. Dagegen spreche der Crossover Crossland aufgrund seines verspielteren Designs vorwiegend Frauen an, ergänzt der Marketingchef hinsichtlich der Ausdifferenzierung innerhalb der SUV-Palette der Rüsselsheimer.

Dass der Grandland, ebenso wie sein technischer Zwilling, der Peugeot 3008, keine Allrad-Option anbieten kann, hält der Opel-Manager nicht für kritisch. Die Leute kauften SUVs in erster Linie aufgrund der höheren Sitzposition und dem damit verbundenen besseren Sicherheitsempfinden. Die im Grandland angebotene elektronische Traktionskontrolle reiche den allermeisten Kunden für eine gelegentliche Nutzung abseits der Straße völlig aus. „Sicherlich ist Allrad ein profitables Feature, aber es ist nun mal eine Tatsache, dass vier von fünf Kunden den Vierradantrieb eigentlich nicht brauchen", so Löer. Dass trotzdem vereinzelte Wettbewerbsmodelle häufiger mit Allrad-Option geordert werden, könnte dann wohl mit entsprechenden Marketingmaßnahmen zu tun haben.

Und auch perspektivisch hat der Marketingchef das Allrad-Thema wegen sinkender Ausstattungsquoten im Segment nicht auf dem Wunschzettel. Schließlich müsse da ein vernünftiger Business Case zugrunde liegen.

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