VW-Handel Ostermaier-Gruppe legt Rekordergebnis hin – und investiert Millionen

Autor Christoph Seyerlein

Rekord-Ergebnis im Jahr 2020, starkes erstes Halbjahr 2021: Die Ostermaier-Gruppe aus Vilsbiburg hatte am Donnerstag viel Positives zu berichten. In den kommenden Jahren warten nun auf den Volkswagen-Markenhändler große Herausforderungen.

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Steuern die Ostermaier-Gruppe in die Zukunft: Beirats-Vorsitzender Michael Ostermaier (re.) und Geschäftsführer Klaus Schroff (li.).
Steuern die Ostermaier-Gruppe in die Zukunft: Beirats-Vorsitzender Michael Ostermaier (re.) und Geschäftsführer Klaus Schroff (li.).
(Bild: Ostermaier)

In Zeiten des Wandels setzt die Ostermaier-Gruppe auf Kontinuität. Der Volkswagen-Markenhändler mit Sitz in Vilsbiburg und insgesamt sieben Standorten verkündete am Donnerstag, dass Geschäftsführer Klaus Schroff seinen Vertrag bis 2025 verlängert hat.

Schroff konnte vor mehreren Medienvertretern zudem positive Zahlen für das Jahr 2020 vorlegen. „Nach schwierigen Jahren konnten wir bereits 2019 den Turn-Around vollziehen und haben es 2020 geschafft, ein hervorragendes Ergebnis hinzulegen“, sagte er. Mit zwei Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn. Der Umsatz lag bei knapp 200 Millionen Euro. Auch das erste Halbjahr 2021 stimmt die Unternehmensleitung positiv. „Bis jetzt sind wir auf alle Fälle deutlich über unseren Planzahlen“, so Schroff.

Die Gründe für den Erfolg

Als Treiber für die gute Entwicklung nannte der Geschäftsführer ein stabiles Servicegeschäft sowie starke Gebrauchtwagenverkäufe. Im Neuwagenvertrieb verzeichne man zudem einen immer höheren Anteil an Elektroauto-Verkäufen.

Auch organisatorisch hat sich bei den Niederbayern viel getan: Das Markenmanagement hat der Händler mit eigenen Fabrikatsverantwortlichen professionalisiert. Weitere strukturelle Verbesserungen habe man im Marketing und im Digitalvertrieb erreicht. Zudem habe sich die Investition in eine neue Serverlandschaft ausgezahlt.

Schroff lobte das „außerordentliche Engagement“ der knapp 500 Mitarbeiter. „Jeder einzelne war zu 100 Prozent für die Auto-Familie da und trotzte den Einflüssen der Pandemie.“

Ostermaier will zum Mobilitätsanbieter werden

Zeit zum Durchschnaufen bleibt bei Ostermaier aber kaum. Die eigene „Strategie 2025“ verfolgt das Ziel, die Gruppe zu einem Mobilitätsdienstleister zu transformieren. „Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wir möchten die Mobilität in Ostbayern mit lenken und für unsere Kunden der erste sowie kompetente Ansprechpartner sein“, erklärte Schroff. Über die eigene Mietwagengesellschaft „Rent.Os“ will der Händler nach und nach weitere alternative Mobilitätsangebote schaffen.

Doch auch in Steine investiert die Gruppe. Beispielsweise entsteht für 3,5 Millionen Euro ein neues Karosserie- und Lackzentrum in Vilsbiburg. Daneben forciert der Händler den Ausbau der eigenen Ladeinfrastruktur. In Mühldorf am Inn und Waldkraiburg erweitert Ostermaier zudem sein Angebot um Serviceleistungen für Skoda und Seat.

Komplett ungetrübt war die Stimmung bei Klaus Schroff trotz der vielen positiven Nachrichten am Donnerstag aber nicht: Die Entwicklung, dass nach VW und Seat mit Audi und Skoda künftig auch weitere Volkswagen-Konzernmarken teilweise auf den Agenturvertrieb umstellen, sieht der Geschäftsführer kritisch.

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