Suchen

Pariser Salon 2018: Abendstimmung an der Seine

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Andreas Wehner

Keine europäische Automesse ist derart unter Druck wie der Pariser Salon. Viele Hersteller haben sich den Messeauftritt diesmal schlicht gespart. In zwei bis vier Jahren könnte die Show an der Seine zu einer lokalen Veranstaltung werden, die keiner vermisst.

Firma zum Thema

Der BMW 3er gehörte zu den wenigen Highlights des Pariser Salons 2018.
Der BMW 3er gehörte zu den wenigen Highlights des Pariser Salons 2018.
(Bild: press-inform)

Die Stimmung könnte besser sein auf dem Pariser Salon. Viele Hallen sind gähnend leer. Wo sonst perfekt illuminierte Messestände locken, drückt der allgegenwärtige rote Teppich aufs Gemüt. Das Fehlen vieler großer Autobauer lässt sich an der Porte de Versailles nicht überspielen. Die französischen Heimspieler wie Peugeot, Citroën oder Renault waren noch nie Hersteller, die bei der Hausmesse mächtig auf den Putz gehauen haben. Da überrascht es nicht, dass das Feuerwerk an Neuheiten an sich gar keines ist.

Fast ein Dutzend Hersteller ist diesmal gar nicht erst an die Seine gekommen. Unter Ihnen Massenmarken wie Volkswagen, Ford, FCA oder Nissan. Sie alle sind die großen Gewinner, denn sie haben sich Millionen von Euro gespart, um dünne Neuheiten auf dem Pariser Salon in Szene zu setzen. Während Audi oder Porsche die einstig große Veranstaltung zu einem müden B-Event mit kleinem Paket herabstuften, sagten Marken wie Mazda oder Mitsubishi ebenfalls lange im Voraus „non“. Überraschend, dass selbst Opel, seit mehr als einem Jahr unter dem Dach des PSA-Konzerns, der Leistungsschau kurzerhand den Rücken kehrte.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 26 Bildern

Und in zwei oder spätestens vier Jahren dürfte es auf dem herbstlich kühlen Messegelände noch düsterer aussehen. Bei weiteren Herstellern – insbesondere aus dem Topsegment – steht der Pariser Salon kritisch auf dem Prüfstand. Die Zukunft scheint angesichts dieser Pariser Tristesse ungewiss – ein naher Ausstieg wahrscheinlich. Paris könnte schneller als von vielen gedacht zu einer toten Messe werden – wie die Motorshow in Bologna oder die Automesse in Birmingham.

Für den Pariser Salon interessierte sich bereits in den vergangenen Jahren kaum jemand außerhalb Europas und selbst innerhalb der Europäischen Union ist die Messe nur noch in der zweiten Liga. Da überrascht es, dass Premiummarken wie Mercedes, BMW und Audi tatsächlich auch nennenswerte Neuheiten erstrahlen lassen.

Bereits bekannte Premium-Premieren

Wie man es von anderen Veranstaltungen her kennt, wurden die meisten Messestars jedoch bereits in den vergangenen Wochen enthüllt. So richtig neu sind die Luxus-SUVs Mercedes GLE/ EQC, der BMW X5 oder ein Audi E-Tron Quattro daher nicht mehr und auch den BMW Z4 konnte man bereits ausgiebig im sommerlich viel imposanteren Pebble Beach bestaunen.

Doch so wichtige Europa-Modelle wie die Mercedes B-Klasse, etwas schicker als bisher, oder der sportlicher gewordene BMW 3er geben ebenso ihre Weltpremiere in Paris wie der nachgeschärfte Skoda Kodiaq RS, ein Seat Tarraco und der längst überfällige Audi SQ2. Modelle wie Audi A1 oder Q3 wurden ebenfalls schon vor längeren ohne eigenen Messeauftritt vorgestellt. Wer es etwas schneller mag, steigt in den neuen Mercedes AMG A35 oder den Hyundai i30 Fastback in der scharfen N-Version.

(ID:45529400)

Über den Autor

 Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Journalist