Neuzulassungen Pkw-Markt nur scheinbar im Höhenflug

Autor: Andreas Wehner

Die deutschen Pkw-Neuzulassungen haben im März um im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 36 Prozent zugelegt. Doch der Zuwachs ist nur so hoch, weil der Markt ein Jahr zuvor wegen des ersten Lockdowns bereits eingebrochen war. Einige Fabrikate dürften sich dennoch freuen.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Pkw-Markt ist im März deutlich gewachsen. 292.349 Neuzulassungen entsprachen einem Plus von 35,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch mitteilte. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 lag die Zahl der neu registrierten Pkw deutlich zweistellig im Minus.

„Das ist noch keine Trendwende. Nach wie vor liegt der Neuwagenmarkt deutlich unter dem Vorkrisenniveau“, sagt Peter Fuß, Autoexperte beim Beratungsunternehmen EY. Denn im März 2020 war der Markt aufgrund des ersten Lockdowns bereits deutlich eingebrochen. Vergleicht man den vergangenen Monat nämlich mit dem März 2019, zeigt sich ein Minus von etwa 15 Prozent.

Nach drei Monaten steht ein Minus von 6,4 Prozent gegenüber dem bereits sehr schwachen Vorjahresquartal in der Neuzulassungsbilanz. 656.452 Einheiten bedeuten einen historischen Tiefstand. „Dass das erste Quartal 2021 noch trüber wird als der schon extrem schlechte Vorjahreszeitraum, hätte die Branche beim besten Willen nicht erwartet“, kommentierte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) die Situation. Dass die Autohäuser in vielen Regionen sogar wieder auf Terminshopping verzichten müssten, erschwere die Situation.

ZDK erneuert Öffnungsforderungen

Vor dem Hintergrund des schwachen ersten Quartals erneuerte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) seine Forderung nach einer bundesweiten Öffnung des Autohandels. „Das Frühjahrsgeschäft droht zu versanden. Was heute nicht bestellt wird, fehlt uns in einigen Monaten als Umsatz. Das lässt sich auch nicht ausgleichen“, sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Er forderte eine bundesweit verbindliche Regelung „und keinen Flickenteppich von Insellösungen“.

Trotz der insgesamt schwachen Marktlage konnten einige Fabrikate in den ersten drei Monaten deutlich zulegen – allen voran das zur Elektromarke gewordene Fabrikat Smart. 5.975 Neuzulassungen von Januar bis März entsprachen einem Plus von 313,8 Prozent. Auch der US-Elektroautobauer Tesla verbuchte mit plus 83,2 Prozent einen deutlichen Zuwachs.

Elektromobilität im Aufwind

Insgesamt gewann der Absatz elektrifizierter Neuwagen im März deutlich an Dynamik: Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos stieg um 191,4 Prozent, nachdem sie im Februar bereits um 124,2 Prozent und im Januar um 117,8 Prozent gewachsen war. Bei den Plug-in-Hybriden betrug das Plus 277,5 Prozent – nach 161,9 Prozent im Februar und 138,3 Prozent im Januar.

EY-Experte Fuß rechnet damit, dass sich das Absatzplus bei elektrifizierten Neuwagen im Verlauf des Jahres noch weiter steigern wird. „Dafür sorgen neben der sogenannten Innovationsprämie auch attraktive neue Modelle, die für den weiteren Jahresverlauf angekündigt sind und die das Kundeninteresse nochmals anfachen werden. Zudem dürften spätestens in der zweiten Jahreshälfte die aktuellen Lieferprobleme der Vergangenheit angehören“, erwartet Fuß.

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Redakteur Newsdesk Automotive