Pkw-Neuzulassungen in Europa sinken auch im Januar

Minus von 4,6 Prozent in den EU- und Efta-Staaten

| Autor: Yvonne Simon

Die Neuzulassungen in Europa sind im Januar 2019 auf rund 1,2 Millionen Einheiten gesunken.
Die Neuzulassungen in Europa sind im Januar 2019 auf rund 1,2 Millionen Einheiten gesunken. (Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der europäische Automarkt kommt auch im neuen Jahr nicht in Schwung – im Januar ist die Pkw-Nachfrage den fünften Monat in Folge gesunken. Zahlen, die der Branchenverband Acea am Freitag veröffentlichte, weisen für die EU- und EFTA-Staaten ein Minus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Demnach verkauften die Autobauer im Januar etwas über 1,2 Millionen Fahrzeuge in Europa.

Die Nachfrage nach neuen Pkw war in fast allen Ländern auf Talfahrt. In den Kernmärkten ging es in Spanien und Italien mit minus 8 Prozent und minus 7,5 Prozent am rasantesten bergab. In Deutschland sanken die Absätze um 1,4 Prozent, in Großbritannien um 1,6 Prozent und in Frankreich um 1,1 Prozent.

Europaweit zeigte sich der Abwärtstrend in Island (-47,9 %), den Niederlanden (-18.8 %) und in Tschechien (- 17 %) besonders heftig. Dagegen zog die Nachfrage in Litauen (+ 49 %) und Rumänien (+ 18, 8%) im Vergleich zum Vorjahresmonat am stärksten an.

Absatzplus bei Smart und Mini

Bei den deutschen Herstellern gab es im Hinblick auf den europaweiten Absatz fast nur Verlierer. Der Volkswagen-Konzern musste laut Acea im Januar einen Rückgang um 6,4 Prozent hinnehmen, vor allem bei Audi (-16,9 %) und Porsche (-49,9 %) lief es schlecht. Die Kernmarke VW verlor im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Der BMW-Konzern verzeichnete ein Minus von 3,1 Prozent. Bei der Kernmarke BMW sanken die Verkäufe um 4,6 Prozent, Mini legte hingegen um 3,7 Prozent zu. Bei Daimler steht ein Minus von 1,5 Prozent in der Bilanz. Während die Verkäufe bei Mercedes um 2,3 Prozent zurückgingen, verbuchte Smart jedoch ein Absatzwachstum um 6,3 Prozent. Bei Opel und Vauxhall ging es im Vergleich zu Januar 2018 um 6,4 Prozent bergab.

Nissan (- 24,7 %), Fiat (-19,6 %) und Honda (- 13,5 %) verloren währenddessen unter den Importmarken am stärksten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Über ein größeres Wachstum konnten sich dafür Volvo mit einem Neuzulassungsplus von 21,4 Prozent und Dacia mit einem Anstieg um 12,5 Prozent freuen.

Als Hauptursache für den weiterhin schwächelnden Markt sieht Peter Fuß vom Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) nach wie vor WLTP-bedingte Lieferschwierigkeiten einiger Marken. „Wenn diese Zertifizierungs- und Lieferschwierigkeiten allerdings behoben sein werden, wird es voraussichtlich gegenläufige Aufholeffekte geben, die den Markt leicht stützen können“, prognostiziert Fuß. Gleichzeitig hätten sich die konjunkturellen Aussichten im Gegensatz zum Vorjahr wesentlich getrübt, hinzu komme Verunsicherung angesichts des nahenden Brexits.

Diesel erholt sich in Deutschland

Ein weiterer Abwärtstrend setzte sich im Januar fort: In den fünf größten EU-Märkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien brachen die Neuzulassungen von Diesel-Pkw der Analyse von EY zufolge um 19 Prozent ein. Im Januar 2018 war die Nachfrage nach Selbstzündern gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls um 19 Prozent gesunken. In Deutschland hingegen scheint der Diesel ein kleines Comeback zu erleben. Die Anzahl neuzugelassener Selbstzünder stieg um 2 Prozent. Erstmals seit dem Beginn der Diesel-Problematik 2015 konnte er damit Marktanteile gewinnen.

Weiterhin auf dem aufsteigenden Ast sind Elektroautos und Plug-in-Hybride. Deren Absatz stieg in den fünf größten Märkten mit rund 16.000 Neuzulassungen um 29 Prozent. Der Marktanteil von E-Autos bleibt allerdings auf niedrigem Niveau und konnte nur um 0,5 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent klettern.

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