Porsche Cayman: Die Sache mit dem „S“

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Praktikant AM

Der Cayman ist ab sofort auch ohne das bislang obligatorische „S“ zu bekommen. Wer will, kann 50 PS, 15 km/h Spitze und 10.900 Euro sparen.

Wenn der Name Porsche fällt, bekommen viele Autofans schweißnasse Hände. Als die Zuffenhausener vor Jahren verkündeten, dass eine Coupéversion des Boxsters kommen soll, freuten sich viele schon auf einen Schnäppchen-Porsche namens Cayman. Doch Schnappi war alles andere als ein Schnäppchen. Zunächst gab es nur den sportlichen Cayman S - 295 PS stark und über 58.000 Euro teurer. Erst jetzt bringen die Stuttgarter den Schmalhans-Cayman. Einfach nur ein Einsteiger-Porsche oder eine sinnvolle Alternative?

245 PS, 258 km/h und 2,7 Liter Hubraum sollten für die meisten reichen – sollte man meinen. Oder muss es doch etwas mehr sein? Es ist wie so oft: Es kommt drauf an: Wer nur den Cayman kennen lernt, wird mit seinem Potenzial mehr als zufrieden sein.

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Doch wer im Vergleich den deutlich bulligeren Cayman S auf Autobahnen und Landstraßen bewegt, der kommt schnell ins Grübeln. Es ist sicher nicht die Höchstgeschwindigkeit, denn 258 oder 273 km/h sind so oder so allemal genug. Fahrwerk und Lenkung sind bei beiden identisch und ein wahrer Genuss. Auch die etwas kleinere Bremsanlage des schwächeren Bruders arbeitet erstklassig und gibt keinen Anlass zur Klage. Doch dem neuen Basis-Cayman fehlt eben dieses gewisse Fünkchen Feuer, das das „S“ so begehrenswert macht.

Weniger Biss und Tatendrang als der Vorgänger

Die 700 Kubikzentimeter mehr Hubraum spürt man in höheren Drehzahlbereichen am laufenden Band. Hier lässt der kleinere Sechszylinder aus engen Kurven oder bergan es etwas am Biss und Tatendrang des Erstgeborenen vermissen. Dabei hat der agile Cayman gerade auf Landstraßen ein enormes Suchtpotenzial. Der Mittelmotor bringt nicht nur einen zweiteiligen Laderaum von 410 Litern, sondern auch eine exzellente Gewichtsverteilung auf die Straße. Jede Kurve ist ein Genuss; man wünscht, das Kurvengeschlängel sollte nie ein Ende nehmen. Wen stört da schon das enge Volant, das sich eng um den Fahrer schmiegt?

Die beiden Aggregate sind von der Grundkonzeption identisch. Der Cayman hat 2,7 Liter Hubraum, 180 kW / 245 PS und 273 Nm maximales Drehmoment. 258 km/h Spitze, 0 auf 100 km/h in 6,1 Sekunden und 80 bis 120 km/h in 6,9 Sekunden lassen viele potente Kollegen im Regen stehen.

Der kleinere Hubraum wurde durch einen kleineren Durchmesser der Gusskolben verwirklicht. Die Kolbengröße von 78 mm blieb dagegen ebenso wie Auspuffanlage unverändert. Wie bei Cayman S und der übermächtigen 911er-Serie arbeitet hinter den Frontsitzen des 4,34 m langen Schwabenpfeils die bekannte VarioCam-Plus-Technik. Diese Steuerzeitenverstellung steigert Drehmoment, Leistung und Ansprechverhalten, reduziert dagegen die Verbrauchswerte. So soll sich der 1,3 Tonnen schwere Hecktriebler mit 9,3 Litern SuperPlus auf 100 Kilometern begnügen. Die ersten Testfahrten belegen: ein realer Verbrauch von 10 bis 11 Litern scheint nicht dem Reich der Träume entsprungen.

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