Dass Porsche finanziell nicht mehr liefert, war bereits bekannt. Jetzt liegen die Zahlen endgültig auf dem Tisch. Auf den neuen Chef Michael Leiters warten noch viele Aufgaben. Er kündigt schon mal einen weiteren Stellenabbau an.
2025 war für Porsche ein Jahr zum Vergessen. Doch die Kurskorrektur wird 2026 nicht einfach.
(Bild: Achter – »kfz-betrieb«)
Beim Sportwagen- und SUV-Bauer aus Zuffenhausen läuft es nicht mehr. Der einst üppige Gewinn der Volkswagenkonzerntochter ist auf ein homöopathisches Niveau gesunken. Das Ergebnis nach Steuern brach im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein, wie der Konzern mitteilte. Es ist ein Minus von 92,7 Prozent zu 2024. Damals 2024 hatte der Premiumhersteller unter dem Strich noch fast 3,6 Milliarden verdient. Der Gesamtumsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Hatte sich schon 2024 ein scharfer Gegenwind für die Schwaben angedeutet, kam es im vergangenen Jahr noch dicker. Die Geschäfte in China stockten, die Zölle in den USA kosteten viel Geld und die Elektro-Modelle des Unternehmens fanden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Porsche-Chef Oliver Blume hat daher vor seinem Abgang noch die Strategie umgekrempelt – mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben.
Weiterer Stellenabbau angekündigt
Doch die Kehrtwende kostet erst einmal richtig Geld. Allein dafür fielen rund 2,4 Milliarden Euro an. Zusätzlich belasteten die Abwicklung der Batterie-Tochter mit rund 700 Millionen Euro – und die US-Zölle mit etwa demselben Betrag. Insgesamt macht das demnach Sonderkosten von rund 3,9 Milliarden Euro.
Ein Mittel des Sparens ist ein weiterer Stellenabbau, um die schon im vergangenen Jahr eingeleitete Verschlankung der Organisation „noch einmal umfassend zu verschärfen“, kündigte Porsche-Chef Michael Leiters. In welcher Größenordnung weitere Stellen abgebaut werden sollten, ließ der Manager offen. „Das erfordert Gespräche zwischen den Sozialpartnern und es wäre unfair, wenn wir dem hier heute vorgreifen.“ Dazu, wann es weitere Details geben soll, äußerte er sich ebenfalls nicht.
Der Abbau soll den Angaben nach Teil eines umfassenden Zukunftspakets sein. Und dieses wiederum sei sehr stark abhängig von der neuen Strategie 2035, sagte der Porsche-Chef. Diese soll im Herbst vorgestellt werden. In diesem Zug wird wohl auch die Führungsstruktur verschlankt. Bislang war schon vereinbart, dass bis 2029 in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Dazu laufen rund 2.000 befristeten Arbeitsverhältnisse aus.
Der operative Gewinn sackte im Jahr 2025 um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro ab. Im Autogeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen – lag der operative Gewinn sogar lediglich bei 90 Millionen Euro. 2024 waren es noch rund 5,3 Milliarden Euro, wie aus der Bilanz der Konzernmutter Volkswagen hervorgeht.
„Die globalen Herausforderungen und die Neuausrichtung des Unternehmens haben das Ergebnis 2025 belastet. Auch 2026 werden unsere Maßnahmen zur Rekalibrierung einmalige Ergebniseffekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe haben“, teilte Finanzchef Jochen Breckner mit. Das nehme man in Kauf, um die Widerstandsfähigkeit von Porsche zu stärken.
Die schlechten Jahreszahlen von Porsche haben auch für das Management Folgen: Die Vorstände des Herstellers erhalten für 2025 keinen Jahresbonus. Für alle Manager und Managerinnen, die im vergangenen Jahr dem Gremium angehörten, wies der Vergütungsbericht des Stuttgarter Unternehmens in dieser Zeile null Euro aus.
2026 bleibt herausfordernd
Insgesamt erwartet Porsche für das laufende Jahr zwar wieder etwas bessere Geschäfte. Das Management um den neuen Unternehmenschef Michael Leiters rechnet aber weiterhin mit „sehr herausfordernden Marktbedingungen“ – unter anderem in China, wo das Luxussegment weiter unter Druck steht. Außerdem erwarte man, dass die geopolitischen Unsicherheiten sowie die Zollpolitik der USA bestehen bleiben. Potenzielle Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten seien noch nicht berücksichtigt.
„Die globalen Herausforderungen und die Neuausrichtung des Unternehmens haben das Ergebnis 2025 belastet. Auch 2026 werden unsere Maßnahmen zur Rekalibrierung einmalige Ergebniseffekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe haben“, sagte Finanzchef Jochen Breckner laut Mitteilung. Das nehme man in Kauf, um die Widerstandsfähigkeit von Porsche zu stärken.
Stand: 08.12.2025
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Leiters kündigte auch eine neue Strategie für den Autobauer an: „Seit meinem Amtsantritt hat unser Führungsteam die Lage systematisch analysiert und eine Reihe erster gezielter Maßnahmen eingeleitet“, teilte der Manager mit. Unter anderem werde man die Führungsstruktur verschlanken, Hierarchien abbauen und die Bürokratie reduzieren. Außerdem denke man über eine Ausweitung des Produktportfolios nach.
Für 2026 rechnet Porsche mit einem Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Für die Konzernumsatzrendite – in dem Fall das Verhältnis zwischen operativem Gewinn und Umsatz – peilt das Management einen Wert zwischen 5,5 und 7,5 Prozent an. 2025 waren es 1,1 Prozent. Leiters hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Oliver Blume angetreten, der sich seitdem auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen konzentriert.