Porsche feiert zweimal 50 und einmal 10

Feierlichkeiten beginnen am 31. Januar

| Autor: Steffen Dominsky

Feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag: das neue Porsche-Museum.
Feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag: das neue Porsche-Museum. (Bild: Porsche)

Das jüngste Kind innerhalb des diesjährigen Geburtstagsreigens ist zugleich quasi das größte und umfangreichste. So feiert das neue Porsche-Museum, direkt am Porsche-Platz schräg gegenüber des Werksgeländes, 2019 sein zehnjähriges Bestehen. „Neues“ Museum, da die Stuttgarter selbstverständlich auch vor 2009 bereits eine entsprechende Einrichtung vorzuweisen hatten. Die jedoch wurden dem Anspruch, den Besucher an eine solche Einrichtung haben (dürfen), schon lange nicht mehr gerecht. Das Neue hingegen lässt keinerlei Wünsche in Sachen zeitgemäßes Genießen automobiler Historie offen.

4,2 Millionen Menschen haben in den vergangenen zehn Jahren den extravaganten Bau besucht. Der „Ausländeranteil“ betrug dabei 46 Prozent. Circa ein Viertel aller Porsche-Geschichtsinteressierten wiederum waren Kinder und Jugendliche. Zu 2.300 Veranstaltungen hatten die Museumsmacher in diesem Zeitraum geladen und dafür rund 5.000 Fahrzeuge geholt, aufpoliert, platziert und wieder verbracht.

Generell, so Achim Stejskal, Leiter des Porsche-Museums, sei das eigene Engagement, also die historische Fahrzeugsammlung, die aktivste im Wettbewerb. Denn nicht nur die Zahl der zur Verfügung stehenden Exponate ist beachtlich – bis 2025 wird deren Zahl auf 1.000 Exemplare ansteigen. Auch mit der Tatsache, dass ganz viele der Museumsfahrzeuge fahrbereit sind und ebenso zahlreiche Modelle regelmäßig auf Reisen gehen – sprich weltweit präsentiert werden –, setzt man sich in Sachen Traditionspflege von anderen Marken ab.

Neun, eins, vier und sieben: die Jubilare

Ein halbes Jahrhundert alt hingegen werden in diesem Jahr gleich zwei besondere Modelle des Hauses. Da wäre zum einen der 914. Jener völlig andersartig aussehende und bis dato auch technisch anders als alle bislang gestalteten Serien-Porsche ringt bis heute um eine hundertprozentige Anerkennung als „echter“ Porsche. Vorgestellt wurde der „14er“ 1969. Karmann produzierte ihn bis 1976 im Auftrag von Volkswagen und Porsche. Während die kleinen Modelle mit 1,7-Liter- bzw. 2-Liter-Motor Volkswagen im Fahrzeugbrief als Hersteller angegeben hatten, durften sich nur die sechszylindrigen 914-6 gemäß Brief als „echte“ Porsche ausgeben. Wie zielführend das Mittelmotorkonzept bei einem Sportwagen war und ist, zeigten nicht nur zahlreiche andere Hersteller davor und danach, sondern auch der Boxster/Caymann im eigenen Haus Jahre später.

Ebenfalls vor 50 Jahren blickte ein ganz besonderer Porsche das Licht der Welt: der 917. Als „Waffe“ für den Rennsport entwickelt erreichte er wahrlich durchschlagende Erfolge. Der 917 war einer der erfolgreichsten Rennsportwagen der siebziger Jahre. Dank ihm erzielten die Stuttgarter 1970 erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Eine Vielzahl von Karosserievarianten entstanden. Und auch technisch evolutionierten ihn seiner Erfinde stendig weiter. Denn waren mit seinem 12-Zylinder-Saugmotor mit 520 PS in Europa wahrlich Blumentöpfe zu gewinnen, so galt dies nicht im Fall der USA. Gegen die dort vertretenen Hubraummonster hatte der 917 keine Chance – als Sauger. So kam es, dass Porsche ihm zwei dicke Turbolader verpasste und der 17er damit auf über 1.500 PS erstarkte. Die fetten Amis fuhr er damit ab 1971 in Grund und Boden.

Buntes Kultur- und Unterhaltungsprogramm

Wer im bzw. mit dem Museum feiern möchte, hat dazu ab dem 31. Januar folgende Gelegenheiten:

  • Den Auftakt bildet Tatort-Kommissar Richy Müller zusammen mit dem Pianisten Reinmar Henschke mit einer musikalischen Lesung am Donnerstag, den 31. Januar.
  • Weiter geht es direkt am Freitag, den 1. Februar, mit einem SWR3-Comedy-Abend mit Andreas Müller. Er bringt sie an einem Abend alle auf eine Bühne: Bundes-Angie, Udo Lindenberg und Rainer Calmund.
  • Am ersten Februar-Wochenende hält das Porsche-Museum von 9.00 bis 18.00 Uhr ein buntes Rahmenprogramm für Jung und Alt bereit. Am Sonntag um 15.00 Uhr wird in der Ausstellung der Geburtstagskuchen angeschnitten. Der Eintritt ist am gesamten Wochenende frei.
  • Den Abschluss der Feierlichkeiten gestaltet der Philosoph Prof. Dr. Richard David Precht am Sonntag, den 3. Februar. Er präsentiert ein abendfüllendes Programm zum Thema „Digitale Revolution und die Zukunft der Arbeit“ und nimmt dabei auch Bezug auf das Unternehmen Porsche.

Die Tickets sind ab sofort erhältlich und können u.a. telefonisch unter 0711/2555 555 erworben werden. Die Ticketpreise liegen zwischen 18,50 und 34,50 Euro.

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