Porsche saugt nicht mehr

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Gerd Steiler

Der Sportwagenhersteller stellt seine Triebwerke in den nächsten Jahren konsequent auf Turbotechnik um. Die Fans trauern – und schlagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt kräftiger denn je zu.

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Porsche kehrt dem Saugmotor den Rücken.
Porsche kehrt dem Saugmotor den Rücken.
(Foto: Porsche)

Wenn schon Rennfahrerikone Walter Röhrl grollt, dann ist das kein gutes Zeichen. Porsche stellt seine Boxermotoren nach der 911er-Modellpflege in diesem Herbst schrittweise auf Turbotechnik um.

Was bei Panamera, Cayenne und Macan bereits gilt, breitet sich dann auch beim Kernmodell Porsche 911 sowie später auch bei Cayman und Boxster aus. Die Bezeichnung Turbo am Heck des knackigen Stuttgarter Hinterteils steht dann nicht mehr für die Art der Motorisierung, sondern für die höchste Ausstattungsvariante. Die Fans bangen besonders um den einzigartig sägenden Motorsound und die direkte Gasannahme. Deshalb suchen sie nach Alternativen auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

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Gebrauchte: Preise gehen durch die Decke

Wer sich derzeit für einen Porsche 911 jüngeren Baujahrs interessiert, dem laufen bei den ohnehin straffen 911er-Preisen kalte Schauer über den Rücken. Besonders die vergangene Elfer-Variante des 997 erfreut sich – vor und nach der Modellpflege im Jahre 2009 – einer gigantischen Beliebtheit. Die Kaufpreise sind entsprechend. Denn der aktuelle Porsche 911 der Baureihe 991 ist vielen zu groß, der Radstand zu lang und das Heck erntet seit seiner Vorstellung nicht nur Applaus. Da kam die 997er-Generation, von 2004 bis 2012 auf dem Markt, gerade bei Porsche-Puristen besser an – egal ob Coupé, Cabrio oder der kaum relevante Targa.

Die gigantische Nachfrage nach 997er-Modellen weitet sich zunehmend auch auf die guten 996er-Modelle aus. Gerade gepflegte Porsche 996 Carrera 4S sind neben dem 911 Turbo zu beliebten Sammlerobjekten geworden. Das breite Hinterteil des 4S-Allradlers mit der roten Reflektorspange ist bis heute die wohl sehenswerteste Rückansicht die ein Elfer in den vergangenen Jahrzehnten zu bieten hatte. 3,6 Liter Hubraum, 320 Sauger-PS (auf Wunsch auch 345 PS) und ein fahrdynamisch nicht immer beeindruckender Allradantrieb stehen bei Elfer-Fans hoch im Kurs. Zumindest dann, wenn der Wagen per Hand geschaltet wird. Die träge Automatik macht selbst schicke 996-4S-Versionen mit geringen Laufleistungen zum Ladenhüter.

Grünes Gewissen fordert Tribut

Schon seit längerem steht fest, dass Porsche wegen immer strengerer Abgasvorschriften auf effizientere Triebwerke umstellen muss. Dabei gelten die Porsche-Sauger in ihrer Leistungsklasse als die sparsamsten Sportmotoren überhaupt. Doch es geht einmal mehr um die offiziellen Verbrauchszyklen und auf dem Prüfstand stellen sich kleinere Hubräume mit entsprechender Zwangsbeatmung gerade im Teillastbetrieb einfach sparsamer als Saugmotoren an.

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 Stefan Grundhoff

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Journalist