Presse: BMW-Chef muss um seinen Job bangen

Fröhlich und Zipse sollen als mögliche Nachfolger im Gespräch sein

| Autor: Andreas Wehner

Die Zeiten sind nicht leicht für BMW-Chef Harald Krüger.
Die Zeiten sind nicht leicht für BMW-Chef Harald Krüger. (Foto: BMW)

Die Vertragsverlängerung von BMW-Chef Harald Krüger steht nach einem Bericht des „Handelsblatts“ auf der Kippe. Auf der nächsten Aufsichtsratssitzung Mitte Juli wollen die Kontrolleure nach Informationen der Zeitung darüber entscheiden, ob sie den bis Juni 2020 laufenden Vertrag Krügers verlängern wollen. Laut Insidern sei das nicht mehr die wahrscheinlichste Variante, berichtet das „Handelsblatt“.

Denn ob der zuletzt schwachen Zahlen geht dem Aufsichtsrat offenbar langsam die Geduld aus. Der Gewinn war zuletzt eingebrochen, die Aktie unter Druck geraten. Die Marge im Kerngeschäft sank schon im vergangenen Jahr auf 7,2 Prozent. Eigentlich peilt der Autobauer einen Wert zwischen 8 und 10 Prozent an. In diesem Jahr erwartet BMW inzwischen nur noch mit 4,5 bis 6,5 Prozent. All das freilich auf einem weltweit schwierigen Automarkt. Offenbar fragen sich die Kontrolleure, ob Krüger die richtigen Antworten auf die aktuellen Herausforderungen hat. Kritik an dem Konzernlenker gibt es schon länger.

Das „Handelsblatt“ nennt zwei mögliche Nachfolger. Mit Entwicklungschef Klaus Fröhlich hat jedoch einer der beiden genannten schon im nächsten Jahr die Altersgrenze von 60 Jahren erreicht, die für BMW-Vorstände gilt. Dass das Unternehmen diese Beschränkungen aufhebt, ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Auch als kurzfristiger Krisenmanager wäre Fröhlich denkbar. Als zweiten Kandidaten nennt die Zeitung Produktionsvorstand Oliver Zipse. Auch Krüger und der frühere BMW-Chef Norbert Reithofer saßen auf diesem Posten, bevor sie an die Spitze des Konzerns berufen wurden.

Will ein Konkurrent Unruhe stiften?

Krüger, der generell kein lauter Manager ist, sondern sich gern im Hintergrund hält, geht offenbar gerade in die Offensive. Auf einer Art Hausmesse hat BMW gerade drei Tage lang über Zukunftsthemen informiert. Krüger kündigte unter anderem an, die geplanten elektrifizierten Modelle schneller auf den Markt zu bringen. Die Zahl der jährlich verkauften elektrifizierten Modelle soll sich bereits in den kommenden beiden Jahren mehr als verdoppeln.

Woher genau das „Handelsblatt“ seine Informationen hat, legt die Zeitung nicht offen. Man beruft sich lediglich auf „Insider“. Es könnte also auch sein, dass ein Kritiker Krügers vor der wichtigen Aufsichtsratssitzung Unruhe stiften will – in der Wirtschaft nicht unbedingt ein unüblicher Vorgang.

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