Suchen

So will BMW die Elektromobilität forcieren

| Autor: Andreas Wehner

Der Münchner Autokonzern will 2021 doppelt so viele elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen wie 2019. Wie die Elektromobilität der Zukunft bei dem Autobauer aussieht, zeigen verschiedene Studien und Versuchsfahrzeuge.

Firmen zum Thema

Auf der Straße Richtung Zukunft: BMW-Konzeptauto Vision M Next.
Auf der Straße Richtung Zukunft: BMW-Konzeptauto Vision M Next.
(Bild: BMW)

BMW will 2021 schon doppelt so viele elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen wie in diesem Jahr. Das kündigte BMW-Chef Harald Krüger am Dienstag in München an. 2018 lieferte der Autobauer 140.000 Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride aus, in diesem Jahr dürften die Verkäufe etwa auf dem gleichen Niveau liegen. Die konkreten Planzahlen für 2019 gibt BMW nicht bekannt. Bis Ende des Jahres will BMW insgesamt 500.000 elektrifizierte Fahrzeuge auf der Straße haben

Der Autobauer will in Sachen Elektromobilität generell mehr Gas geben. Das Ziel, 25 elektrifizierte Modelle anzubieten, soll der Konzern nun zwei Jahre früher erreichen als ursprünglich geplant, nämlich 2023. Mehr als die Hälfte der 25 angekündigten Modelle sollen rein elektrisch sein.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 12 Bildern

Aktuell hat der Autobauer mit dem BMW i3 nur ein Fahrzeug ohne Verbrenner im Programm. Noch in diesem Jahr startet die Produktion des elektrischen Mini in Oxford, 2020 folgt im chinesischen Shenyang der Elektroversion des BMW X3. Ein Jahr später beginnt die Produktion des BMW i-Next in Dingolfing und des BMW i4 in München.

Daneben setzt BMW stark auf Plug-in-Hybride. Im Frühjahr hat der Autobauer auf dem Genfer Automobilsalon die überarbeiteten Plug-in-Hybrid-Versionen von 3er, 7er, X3 und X5 präsentiert. Kurz darauf folgte in Shanghai der überarbeitete X1 Plug-in-Hybrid, der vor Ort für den chinesischen Markt produziert wird. Im Sommer stattet BMW die Plug-in-Hybrid-Versionen von 5er und 2er Active Tourer mit der nächsten Technologiegeneration aus. 2020 folgen der BMW X1 und der BMW 3er Touring als Plug-in-Hybrid-Modelle.

Damit diese Fahrzeuge ihr Potenzial in Umweltzonen besser ausspielen können, sind alle Plug-in-Hybride ab 2020 serienmäßig mit einer neuen Funktion ausgestattet, die Fahrverbotszonen für Verbrenner automatisch erkennt und dann auf Elektrobetrieb umschaltet.

720 Elektro-PS im BMW 5er

In München präsentierte der Konzern am Dienstag weitere neue Technologien sowie Konzeptfahrzeuge. Die aktuelle 5er Limousine ist die Basis des Power-BEV. Der Versuchsträger soll laut BMW „das technisch Machbare“ in Sachen Elektromobilität ausloten. Das Fahrzeug verfügt über drei Elektromotoren der fünften E-Antriebsgeneration von BMW. Dabei ist die E-Maschine mit der dazugehörigen Leistungselektronik und dem Abtrieb in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht.

Der Power-BEV verfügt über einen Motor an der Vorderachse und zwei an der Hinterachse. So kommt das Auto auf eine Systemleistung von 530 kW/720 PS. Den Sprint von 0 auf 100 soll es in deutlich unter 3 Sekunden schaffen.

Sportliche Vision für Selbstfahrer

Die Studie Vision M Next ist ein Plug-in-Hybrid-Sportwagen mit Flügeltüren. Er fährt wahlweise mit elektrischem Allradantrieb oder Hinterradantrieb – rein elektrisch oder von einem aufgeladenen Vier-Zylinder-Ottomotor beschleunigt. Die Systemleistung von 441kW/600 PS ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 300 km/h und beschleunigt den den Sportler in 3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die Reichweite im rein elektrischen Fahrbetrieb beträgt bis zu 100 Kilometer.

Der Innenraum kommt extrem futuristisch daher – sowohl optisch als auch technisch. Das Fahrzeug entriegelt automatisch per Gesichtserkennung, sobald sich der Fahrer nähert. Die Sitze sind mit Schaumstoff mit Shape-Memory-Effekt ausgekleidet, der den Körper umschließt, polstert und stützt.

Im Mittelpunkt steht der so genannte Boost-Pod. Er vereint alle Bedienmöglichkeiten und Informationen auf drei Sichtebenen im Blickfeld des Fahrers und besteht aus einem Lenkrad mit zwei kleinen Displays, einer transparenten Instrumenteneinheit und einem Augmented-Reality-Head-up-Display.

Im Gegensatz zum Konzeptfahrzeug i-Next, das auf Komfort und autonomes Fahren ausgelegt ist, haben sich die Entwickler beim M Next auf Selbstfahrer konzentriert, die auf Sportlichkeit und Fahrspaß Wert legen.

(ID:45993215)

Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«