Produktion des VW ID 3 läuft: Ab heute summt es in Zwickau

Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

An diesem Montag hat die Serienproduktion des VW ID 3 im Werk Zwickau begonnen. Bis das Auto auf die Straße kommt, dauert es aber noch eine ganze Weile. Denn der Systemwechsel betrifft neben der Fertigung auch den Vertrieb.

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Die Serienproduktion des VW ID 3 ist gestartet. Marktstart des Autos ist Mitte 2020.
Die Serienproduktion des VW ID 3 ist gestartet. Marktstart des Autos ist Mitte 2020.
(Bild: Volkswagen)

Der VW-Konzern hat mit dem Bau seines ersten rein elektrischen Großserien-Modells begonnen. Vorstandschef Herbert Diess eröffnete am Montag im Werk Zwickau die Produktionslinie für den ID 3. Das Auto soll beim größten Hersteller der Welt das Massengeschäft mit elektrischen Fahrzeugen etablieren und die Grundlage für weitere Varianten mit alternativem Antrieb werden. „Wir stehen vor einem Systemwechsel zur Elektromobilität“, sagte Diess. „Es ist keine Frage mehr, ob sich das Elektroauto durchsetzt. Sondern wie schnell und in welcher Region der Welt zuerst.“

Zum Start der Fertigung an dem sächsischen Standort kamen auch Kanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU). Im kommenden Jahr will VW in Zwickau bereits rund 100.000 Fahrzeuge mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) bauen, mittelfristig sind bis zu 330.000 Stück jährlich geplant.

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Insgesamt soll der E-Baukasten, der mit Hilfe vieler gleicher Teile Kosten spart, bei 33 Modellanläufen verwendet werden. Bis Mitte 2020 stellt VW in Sachsen auch noch den Golf Variant her, danach will der Konzern in Zwickau nur E-Autos bauen.

Für das Team in Sachsen bedeutet die neue Ausrichtung tiefgreifende Veränderungen. Laut Volkswagen wurden und werden alle 8.000 Mitarbeiter im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen auf die Produktion von E-Autos und den Umgang mit Starkstrom vorbereitet. Insgesamt absolviert die Zwickauer Mannschaft bis Ende 2020 rund 13.000 Trainingstage.

Diess: Deutschland muss E-Wertschöpfungskette beherrschen

In den Augen von Volkswagen-Chef Diess „muss“ Deutschland Treiber des Wandels hin zur Elektromobilität sein und „die gesamte Wertschöpfungskette beherrschen“. „Deshalb produzieren wir E-Autos in Deutschland und haben uns zugleich für die Entwicklung und Produktion von E-Maschinen, Batteriezellen und -systemen entschieden. In den kommenden Jahren wird in Deutschland ein starkes E-Auto-Cluster entstehen“, so Diess weiter.

Neben der Fertigung im Werk Zwickau sind auch die Komponentenwerke Braunschweig, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg am ID 3 beteiligt. Sie fertigen wichtige Bauteile wie die E-Maschine oder das Batteriesystem. Die Fahrzeugwerke Emden und Hannover sollen ab 2022 ebenfalls mit der Produktion von E-Autos beginnen. Zusammen mit Northvolt will der Konzern zudem eine Gigafactory für Batteriezellen in Salzgitter aufbauen.

Darum kommt der ID 3 erst Mitte 2020 auf die Straße

Die offizielle Markteinführung des ID 3 ist für Mitte 2020 geplant. Verbindlich kaufen können Kunden das Auto erst ab dem 1. April 2020. Früher ist das aufgrund der künftigen Händlerverträge, die ab jenem Datum greifen werden, nicht möglich, da sich mit dem Fahrzeug auch im Vertrieb manche Spielregel ändern wird. Beispielsweise wird der ID 3 in Deutschland im Agentur-Modell vertrieben werden. Erstmals experimentierte VW zudem mit einem kostenpflichtigen „Pre-Booking“.

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