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Qoros versucht Neustart mit japanischen Managern

| Autor: Andreas Grimm

Der chinesische Autobauer Qoros hat seit dem gut aufgenommenen Start auf dem Genfer Salon 2013 nicht mehr gepunktet. Jetzt wurden Manager aus dem Nissan-Konzern abgeworben. Die Zeichen stehen auf Elektrifizierung.

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(Foto: Qoros)

Der chinesische Autobauer Qoros, der ursprünglich auch in Europa durchstarten wollte, macht inzwischen vor allem durch Personalwechsel Schlagzeilen. So ist es auch aktuell wieder. Laut einem Bericht der „China Automotive News“ wurde die Führungsriege ausgetauscht.

Den Angaben zufolge ist der frühere Renault-Nissan-Manager Kazuo Yajima zum CEO von Qoros ernannt worden. Für den französisch-japanischen Konzern war er zuvor weltweit zuständig für die Entwicklung von Elektrofahrzeuge und Hybriden. Als Qoros-Chef löst er Li Feng ab. Yajima ist seit fast 30 Jahren in der Automobilindustrie tätig. Bei Nissan gehörte er zu den Vätern des Elektroautos Leaf.

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Neben Yajima hat der chinesische Hersteller laut dem Bericht weitere Nissan-Führungskräfte abgeworben. So wurde Nagahara Oki zum Chief Operation Officer und damit zur rechten Hand von Yajima ernannt. Oki leitete früher bei Nissan die strategische Entwicklung der Fahrzeugkonnektivität. Weiterhin wird der frühere Infiniti-Manager Toshiro Hirai als stellvertretender Technikchef für die Entwicklung eines Elektrofahrzeugs verantwortlich sein.

Ebenfalls neu im Qoros-Führungsteam ist Liu Qiang. Der ehemalige Technologie-Beauftragte von Nissan für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen, soll sich als weiterer Vorstand um die Wertschöpfung entlang des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge kümmern.

Die Ernennung japanischer Führungskräfte bezeichnete Qoros laut dem Bericht als „Teil der Globalisierungsstrategie und der aktuellen industriellen Transformation“. Die Personalien passen zumindest zur Neuausrichtung des Unternehmens hin zur Entwicklung von Niedrig- und Null-Emissions-Fahrzeugen. Die Gründung des Unternehmensbereichs „New Energy Vehicles“ hatte Qoros allerdings bereits vor drei Jahren angekündigt. Direkt von Qoros gibt es zu den Personalentwicklungen keine Angaben. Die offizielle englischsprachige Presseseite der Marke ist seit Ende 2017 nicht mehr aktualisiert worden.

Qoros war auf dem Genfer Salon 2013 gestartet und hatte für Design und Qualität des ersten gezeigten Modells, den Qoros 3, viel Lob erhalten. Ursprünglich sollte in Europa ein Händlernetz entstehen. Doch außer Testverkäufen in der Slowakei ist bislang nichts passiert. Auch auf dem Heimatmarkt China konnte Qoros nie nennenswert Marktanteile gewinnen, die Produktion blieb weit hinter der Auslastungsgrenze der Fabriken zurück.

Laut einem Bericht der „Automobil Produktion“ vom Sommer 2018 hatte der chinesische Autobauer im ersten Halbjahr 2018 etwa 30.000 Fahrzeuge verkauft – derzeit gelten Autobauer bei einem Absatz von 500.000 Einheiten als profitabel. Allerdings baut Qoros derzeit auch nur zwei Modelllinien: den Qoros 3 und den Qoros 5. Ursprünglich entstand Qoros als Tochterunternehmen von Chery, gemeinsam mit dem Mischkonzern Israel Corporation. Inzwischen hält der chinesische Mischkonzern Baoneng eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«