Renault Kehry wird Teil der Autohaus-Raiffeisen-Gruppe

Fehlende Nachfolge machte Schritt notwendig

| Autor: Andreas Grimm

Der neue und der alte Geschäftsführer von Renault Kehry in Kaiserslautern: (v.li.) Werner Heck und Peter Kehry.
Der neue und der alte Geschäftsführer von Renault Kehry in Kaiserslautern: (v.li.) Werner Heck und Peter Kehry. (Bild: RWZ)

Der traditionsreiche Renault-Händler Walter Kehry in Kaiserslautern schließt sich der Autohaus Raiffeisen Eifel-Mosel-Saar GmbH an. Wie der 64-jährige Inhaber Peter Kehry im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte, war die fehlende Unternehmensnachfolge der ausschlaggebende Punkt, den Betrieb in eine größere Gruppe zu überführen. Weder in der Familie noch aus der Belegschaft habe sich ein Interessent für die selbstständige Weiterführung gefunden.

Gegründet hatte den Betrieb im Jahr 1956 Walter Kehry. Seither hielt der Händler Renault die Treue, seit 2005 ist auch Dacia mit an Bord. Am jetzigen Standort ist der Betrieb seit 1974 tätig und durch Investitionen und bauliche Erweiterungen kontinuierlich auf 30 Mitarbeiter gewachsen, die alle übernommen werden. Zuletzt verkaufte Kehry mit einem B-Händler 400 Renault-Pkw und 80 Transporter sowie 270 Dacia. Dazu kommen 300 Gebrauchtwagen.

Nachdem sich andeutete, dass eine interne Weiterführung des Händlers nicht funktioniert, hatte Kehry frühzeitig den Importeur informiert, der dann den Kontakt zur Autohaus-Raiffeisen-Gruppe vermittelte. Die wiederum betreibt derzeit in Wittlich (Zentrale), Bittburg und Trier vier Standorte für die Marken Renault, Dacia und Nissan. Mit Wirkung zum 1. November wird nun Renault Kehry Teil dieser Gruppe.

Aus strategischer Sicht begrüßt Werner Heck, Geschäftsführer des Autohauses Raiffeisen, den Zuwachs. „Der Standort Kaiserslautern ist ideal, um unser Vertriebsgebiet an der Südflanke zu arrondieren“, sagte er. Während allerdings die bisherigen Standorte relativ nahe beieinander liegen, ist der Abstand zu Kaiserslautern doch größer. Wenn Kehry nun den Süden des Marktgebiets abdeckt, liegt nahe, dass perspektivisch weitere Standort-Zuwächse in der Region anstehen. Spruchreif sei noch nichts, erklärt Heck auf Nachfrage. Doch die Entwicklung größerer Einheiten sei grundsätzlich ein strategischen Ziel von Renault für die weitere Entwicklung des Vertriebsnetzes.

Die Führung der Autohaus-Raiffeisen-Gruppe: (v. li.) Geschäftsführer Werner Heck und Klaus-Peter Fritzen, Assistent der Geschäftsführung.
Die Führung der Autohaus-Raiffeisen-Gruppe: (v. li.) Geschäftsführer Werner Heck und Klaus-Peter Fritzen, Assistent der Geschäftsführung. (Bild: RWZ)

Das Autohaus Raiffeisen Eifel-Mosel-Saar ist seit 1972 eine Tochter der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) mit Sitz in Köln, die wiederum nach eigenen Angaben die drittgrößte der derzeit in Deutschland im Agrarhandel tätigen Großgenossenschaften ist. Das Autohaus drehte zuletzt 2.100 Neuwagen und 600 Gebrauchte, wobei in dieser Zahl auch B-Händler und die Geschäfte mit der Muttergesellschaft RWZ stecken. Als Renault-Händler hat das Autohaus von Anfang an in Wittlich aktiv. Seit dem Jahr 1996 gehört zudem der Betrieb in Bitburg zur Gruppe, 2006 kam ein Standort in Trier hinzu. 2014 erfolgte in Bitburg die Erweiterung um die Marke Nissan, der Ende 2017 dann mit der Übernahme des Autohauses Juli in Wittlich ein weiterer Nissan-Betrieb folgte.

RWZ will Online-Handel ausbauen

Die RWZ wiederum scheint größeres mit ihrer Autohandelstochter vor zu haben. Erst zum zurückliegenden Jahreswechsel wurde der Geschäftsbereich neu geordnet, mit neuem Kapital und neuen Verantwortungsträgern ausgestattet. Während Klaus-Peter Fritzen, heute Assistent der Geschäftsführung, als Auszubildender im Autohaus in Wittlich startete, kommt Werner Heck von außerhalb. Der Geschäftsführer der Autohausgruppe hat bereits in mehreren Autohausgruppen gearbeitet, zuletzt als Standortleiter der BHG Baden Autohandelsgesellschaft in Freiburg. Bislang arbeiten rund 90 Mitarbeiter für die Autohaus Raiffeisen Eifel-Mosel-Saar GmbH.

Dass es neben den Kehry-Mitarbeitern künftig noch mehr werden können, lässt sich auch aus der RWZ-Pressemitteilung zur Kehry-Übernahme herauslesen. Sie spricht von einer „Wertsteigerung“ der Autohaus-Tochter „Größenvorteilen“ und Plänen zum Ausbau des Online-Handels – Zielen also, die durch weitere Zuwächse noch besser zu erreichen sein werden.

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