Reparaturkostenanspruch: Instandsetzung oder Austausch?

Autor / Redakteur: autorechtaktuell.de / Jens Rehberg

Die Instandsetzung beschädigter Teile infolge eines Unfalls muss zur vollständigen Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes führen. Ansonsten ist ein Austausch erforderlich.

(Bild: Schmolz + Bickenbach)

In einem Fall vor dem Amtsgericht (AG) Limburg a.d. Lahn streiten die Parteien über restlichen materiellen Schadenersatz aus einem ansonsten unstreitigen Verkehrsunfall (05.08.2015, AZ: 4 C 85/14). Streitig war, ob die unfallbedingt beschädigten Scheinwerfer unter Verwendung eines Reparatursatzes repariert werden können oder deren vollständiger Austausch erforderlich ist – zu Mehrkosten von gut 1.700 Euro. Die Geschädigte und Klägerin behauptet, dass die vollständige Wiederherstellung nur durch den Austausch der beiden Frontscheinwerfer möglich sei.

Das Gericht hat Beweis erhoben durch Einholung eines Sachverständigengutachtens. Der Sachverständige führt aus, dass zwar grundsätzlich der Einsatz eines Reparatursatzes als Reparaturmaßnahme technisch möglich sei, die Gebrauchstüchtigkeit der Scheinwerfer werde dadurch auch wiederhergestellt und die Kosten der Reparatur deutlich gesenkt.

Diese Maßnahme stelle jedoch keine vollständige Wiederherstellung des ursprünglich unbeschadeten Zustandes dar. Die geschädigte Klägerin habe einen uneingeschränkten Anspruch auf Wiederherstellung des früheren unbeschädigten Zustandes.

Das Urteil in der Praxis

Der Rechtsgedanke dieser Entscheidung lässt sich übertragen auf alle Beschädigungen, bei denen eine Instandsetzung der beschädigten Teile in Frage kommt. Diese Instandsetzung muss zur vollständigen Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes führen. In den meisten Fällen wird dies nicht möglich sein, so dass ein Austausch erforderlich wird.

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