Reportage: Weltenergiegipfel im Wüstensand

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Automobile spielen auf dem Gipfel eher eine Nebenrolle. Daimler zeigt den Elektro-Smart und die A-Klasse E-Cell in Aktion, auf den von bulligen SUV und Luxuskarossen geprägten Straßen Abu Dhabis ein seltener Anblick. Herbert Kohler, Entwicklungsleiter für Stromer und neue Antriebskonzepte bei Daimler, stellte in Abu Dhabi den Elektrifizierungsplan des Unternehmens vor. Der enthält entgegen anderslautender Medienberichte unverändert die Einführung rein batterieelektrischer Fahrzeuge wie der A-Klasse E-Cell und des Elektro-Smart, der weniger als 30.000 Euro kosten soll. Bis 2015 soll zudem das Brennstoffzellenauto bereit für die Massenproduktion sein.

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Bei der Reduzierung der Batteriekosten für Elektroautos sieht Herbert Kohler nicht allzu viel Spielraum nach unten: „400 Euro pro Kilowattstunde Batteriekapazität wären schon ein hehres Ziel“, so der Forschungs-Chef. Weil aber durch neue Abgasbestimmungen die Entwicklung von Verbrennungsmotoren immer teurer wird, geht Kohler davon aus, dass in zehn Jahren ein Brennstoffzellenauto ungefähr das gleiche kosten wird wie ein konventionell betriebenes Fahrzeug.

Henrik Fisker, der mit dem Fisker Karma im März einen Stromer im Premium-Segment etablieren will, erwartet den Durchbruch des Elektroantriebs zwischen 2020 und 2030. „Es könnte bei Elektroautos durchaus mehr Nachfrage als Angebot geben“, so Fisker in Abu Dhabi. Für den Karma habe sein Unternehmen bereits 3.000 Kunden gewonnen. Der sportliche Stromer hat dank eines Range-Extenders eine Reichweite von rund 480 Kilometern.

UN will „Energierevolution“

Auch zahlreiche Staats-Chefs sowie der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sind zum Öko-Gipfel im Wüstensand angereist. Ki Moon forderte eine globale Energierevolution, bei der Energie für jedermann verfügbar und bezahlbar bleibe. Portugals Ministerpräsident José Sócrates verwies stolz darauf, dass 2010 in seinem Land bereits 52 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien gewonnen wurden. Besonders leise Töne schlug Bangladeschs Regierungs-Chefin Sheikh Hasina an: „Unser Beitrag zur Klimaerwärmung ist vernachlässigbar, doch wir sind ihre schlimmsten Opfer“, so Hasina.

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