Riller & Schnauck hebt Effizienz-Ressourcen

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Vom „P-Guide“ auf dem Parkplatz bis zum „Dispometer“ in der Werkstatt: Riller & Schnauck denkt in Sachen Service einfach an alles. Und sieht dabei noch verdammt gut aus.

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Belle macchine: Riller & Schnauck in Berlin ist nicht nur BMW-, sondern auch Ferrari-Händler.
Belle macchine: Riller & Schnauck in Berlin ist nicht nur BMW-, sondern auch Ferrari-Händler.
(Foto: Rosenow)

Es gibt sicher einfachere Jobs, als Autohändler in Berlin zu sein. Im Schlagschatten der herstellereigenen Prunkbauten müssen klassische Familienbetriebe aus eigener Kraft leuchten, um Kunden anzuziehen und an sich zu binden. Kaum ein Unternehmen schafft das so gut wie der traditionsreiche BMW-Partner Riller & Schnauck.

An seinem Standort, einem ehemaligen Straßenbahndepot im Stadtteil Steglitz, präsentiert der Betrieb eine attraktive Markenwelt in einzigartiger Architektur und hebt sich damit von den sterilen Glaspalästen der weiß-blauen Marke ab. Riller & Schnauck vertreibt in Steglitz nicht nur BMW und deren Tochtermarken, sondern auch Rolls-Royce und Ferrari. Weitere Standorte kümmern sich zusätzlich um die Marken Jaguar und Land Rover, BMW Motorrad und Triumph sowie um die eigene Gebrauchtwagenlinie Sparcars.

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Doch hier soll es vor allem um das Werkstattgeschäft der Berliner gehen. Beim diesjährigen Service Award hat sich Riller & Schnauck unter Federführung des Serviceleiters Kai-Uwe Wunder mit dem Standort Hindenburgdamm beworben, dem zweifellos schönsten, aber auch am schwierigsten zu betreibenden Haus der Gruppe.

Aus der Fläche das Maximum herausgeholt

In der Großstadt ist Zeit Geld und Platz schier unbezahlbar. Also muss man möglichst effizient mit beiden Ressourcen umgehen. Riller & Schnauck hat das gesamte Servicegeschäft so perfekt durchgetaktet, dass der Betrieb aus den Flächen des ehemaligen Straßenbahndepots das Maximum an Werkstattumsatz herausholt.

Das beginnt schon auf dem Parkplatz: Weil die Fläche begrenzt ist und die Kunden nicht zu lange nach einer Lücke suchen sollen – und auch, um Parkschäden zu vermeiden – gibt es sogenannte „P-Guides“, die den Kunden das Einparken abnehmen und am Ende das Auto wieder zurückgeben. Die Direktannahme findet in der überdachten Fahrstraße statt, die das riesige Gebäude durchzieht.

Doch nicht nur der Parkplatz ist eigentlich zu klein für die Nachfrage, sondern auch die Werkstatt. Der Ausweg war, ein Mehrschichtmodell einzuführen und die Arbeitszeit so gut wie möglich auszunutzen. Von 6:30 bis 22 Uhr wird im Dreischichtbetrieb gearbeitet, wobei die Mittelschicht am stärksten besetzt ist, weil dann natürlich der Kundenandrang am größten ist. Außerdem wird in jeder Schicht ein Serviceberater freigehalten, der sich um Spontankunden kümmert.

Das Dispometer zeigt den Status jedes Auftrags an

Bei Riller & Schnauck gibt es in der Werkstatt einen Leitstand wie in einem Atomkraftwerk: Mit einem „Dispometer“ und einem System aus Barcode und Scanner ist eine genaue Statusverfolgung sichergestellt. Jeder Serviceberater weiß also mit einem Blick auf den Bildschirm, wie der Stand der Dinge bei seinen Kundenaufträgen ist.

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Die Monteure bekommen ein Zeitfenster für jeden Auftrag, und wenn sie es überschreiten, müssen sie das melden. So lassen sich Verzögerungen frühzeitig erkennen, und das System warnt, wenn der Abholtermin gefährdet ist. Das Dispometer solle nur die Abläufe optimieren, nicht die Schrauber zu Hektik verführen, betont Kai-Uwe Wunder mit einem Lächeln. „Es gibt keinen Druck, nur einen leichten Hauch im Nacken.“

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