Rupert Stadler beschwert sich über Vorgehen der Justiz

Autor: Yvonne Simon

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler erhebt Medienberichten zufolge aus der Untersuchungshaft schwere Vorwürfe gegen die Justiz. In Vernehmungen weist der Ex-Manager sämtliche Vorwürfe in der Abgasaffäre von sich und beschuldigt seine Mitarbeiter.

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Rupert Stadler sitzt seit vier Monaten in Untersuchungshaft.
Rupert Stadler sitzt seit vier Monaten in Untersuchungshaft.
(Bild: Audi AG)

Der seit vier Monaten in Untersuchungshaft sitzende Rupert Stadler wirft der Staatsanwaltschaft München II und der Justiz schwere Fehler vor. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Sonntag berichtete, geht aus Stadlers Haftbeschwerde vom 11. Juli hervor, dass der Ex-Manager die Ermittlungen in der Abgasaffäre keineswegs habe behindern wollen. Im Haftbefehl des Amtsgerichts München sei die Anschuldigung, die sich auf ein abgehörtes Telefonat bezieht, „diffus dargestellt“.

Überhaupt hätte Stadler nach Ansicht seiner Verteidiger gar nicht abgehört werden dürfen – der Beschluss zu der Aktion sei „widersprüchlich und grob rechtsfehlerhaft“. Die 20-seitige Haftbeschwerde wurde vom Amts- und Landgericht München allerdings schon abgelehnt. Die Entscheidung darüber liegt nun beim Oberlandesgericht München.

Zudem berichtete die „Bild am Sonntag“, Stadler habe in Vernehmungen sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen und stattdessen seinen Mitarbeitern den schwarzen Peter zugeschoben. Diese hätten ihm immer wieder wichtige Informationen vorenthalten und ohne Erlaubnis Interna an das Kraftfahrt-Bundesamt und die Staatsanwaltschaft weitergegeben, was die Aufklärungsarbeit bei den Ingolstädtern erschwert habe.

Ermittler haben nach Informationen der Zeitung zudem einige Zielvereinbarungen mit Volkswagen in Stadlers Akten gefunden. Demnach sollte der ehemalige Audi-Chef einen Bonus erhalten – für sein aus Sicht des Konzerns erfolgreiches Management in der Dieselkrise.

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Redakteurin Management & Handel