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Seat und Cupra elektrifizieren sich

Autor: Andreas Grimm

Seat kommt mit einigen Neuheiten nach Frankfurt. Dabei zeigen die Spanier vor allem ihre Zukunftsfähigkeit durch Elektroautos: eine Cupra-Studie, einen Plug-in-Hybrid des Tarraco und den voll elektrifizierten Kleinwagen Mii. Sie sollen die Seat-Erfolgswelle aufrecht erhalten.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Die spanische Volkswagen-Konzerntochter Seat arbeitet sich auf der IAA 2019 weiter in Richtung Elektromobilität vor – und zwar auch mit ihrer sportlichen Submarke Cupra. Während Seat mit dem El-Born bereits in Genf den ersten reinen Stromer vorgestellt hat, geht es auf der IAA nun munter weiter. Insgesamt wollen die Spanier bis Anfang 2021 sechs neue elektrifizierte Modelle anbieten.

Dazu zählt der Kleinwagen Seat Mii: Ihn wird es wie das baugleiche Skoda-Modell Citigo zum neuen Jahr geben – ein offizielles Startdatum gibt es noch nicht, wahrscheinlich steht der Mii ab Mitte Januar im Handel. Da sich der E-Mii optisch wenig vom bisherigen Modell unterscheidet, ist vor allem der Einstiegspreis von Interesse. Sicher ist, dass der Einstieg in die Elektromobilität für die Endkunden unter 20.000 Euro möglich sein soll. Die endgültige Preisliste wird Seat wohl in Frankfurt verkünden – immerhin müssen die Händler ab dem kommenden Jahr rund 7.000 Kunden für den E-Mii finden, wollen sie die Stückzahlen halten.

Daneben erweitert Seat das Antriebsangebot um einen ersten Plug-in-Hybrid. Lange war über die Elektrifizierung des Leon spekuliert worden, doch die Spanier starten in ihrem schweren SUV Tarraco mit der Spritspartechnik. Das Flaggschiff, das sich bis Ende Juli 5.600 Mal in Deutschland verkaufte, soll im neuen Jahr teilelektrifiziert fahren. Dann arbeiten ein 110 kW/150 PS starker 1,4-Liter-Benziner und ein Elektromotor mit 85 kW/116 PS zusammen. Die elektrische Reichweite gibt der Hersteller mit gut 50 Kilometern an. Zum Verkaufsstart und zum Preis macht Seat noch keine Angaben.

Bei der im Aufbau befindlichen Submarke Cupra wird ebenfalls der Elektroantrieb im Mittelpunkt stehen – in Form der Studie Tavascan. Der Fünftürer wird als Symbiose aus SUV und Sportcoupé angekündigt und basiert technisch auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns, die beispielsweise auch der VW ID3 nutzt. Den Antrieb übernehmen zwei insgesamt 225 kW/306 PS starke E-Motoren, die den Allrader in 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Die nötige Energie stammt aus einem 77 kWh großen Akku im Unterboden, der eine Reichweite von 450 Kilometern ermöglichen soll.

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Zu den Serienchancen des Tavascan äußert sich Seat naturgemäß noch nicht, doch eine Umsetzung liegt nahe. Erstens wächst der Markt für sportliche Elektrofahrzeuge – und mit dem El-Born bringt die Hauptmarke Seat ja ebenfalls ab Sommer/Herbst 2020 ein reines Elektroauto, das ebenfalls auf der ID3-Basis steht. Auch optisch gibt es ein verbindendes Designelement: ein die gesamte Fahrzeugbreite überspannendes Rücklicht. Das trugen bereits im März 2019 in Genf der Cupra Formentor und der Seat El-Born.

Da Seat als Kompetenzstelle in Sachen Erdgas-Antrieb im Konzern gilt, werden die Spanier zudem ihre – bereits bekannten – CNG-Modelle präsentieren. Neben dem Ibiza und dem Leon ist seit diesem Jahr auch der Arona als TGI-Modell verfügbar.

Starke Zuwächse von Seat in Deutschland

Mit der fortgesetzten Modelloffensive will Seat den Erfolgskurs der letzten Jahre fortführen. Im deutschen Flottenmarkt steigerte Seat seinen Marktanteil im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben von 2,9 auf 4,0 Prozent. Angesichts der steuerlichen Vorteile für Elektroautos in Flotten dürften die entsprechenden Seat-Neuerungen dieses Geschäftsfeld zumindest stabilisieren.

Doch auch über alle Vertriebskanäle hinweg ist Seat auf der Erfolgsspur: Bereits Ende August hatte das Fabrikat die Marke von 100.000 Neuwagen in Deutschland übersprungen. Der Marktanteil von Seat liegt nach acht Monaten bei 4,1 Prozent. Zum Vergleich: Vor drei Jahren, Ende 2016, war Seat im Gesamtjahr noch knapp an der 100.000er-Marke gescheitert. Der Marktanteil lag damals bei 2,9 Prozent.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«