Senger gibt elf Mercedes-Autohäuser ab

Daimler hatte Verkauf „empfohlen“

| Autor: Joachim von Maltzan

Die Unternehmenszentrale der Senger-Gruppe in Rheine.
Die Unternehmenszentrale der Senger-Gruppe in Rheine. (Bild: Senger)

Im Rahmen der Restrukturierung des Daimler-Vertriebsnetzes kommt es auch zu Veränderungen bei der Senger-Gruppe. Wie das Unternehmen mitteilte, hatte der Hersteller den Gesellschaftern von Senger-Kraft empfohlen, die Unternehmen Senger-Kraft Automobile GmbH und Senger-Kraft GmbH & Co. KG mit benachbarten Mercedes-Benz-Vertretungen zusammenzulegen.

Daher verkauft die Senger-Gruppe ihre Beteiligungen an der Senger-Kraft Automobile GmbH mit Standorten in Bad Salzungen, Schmalkalden und Schwabhausen Mitte Juni an die Schade-Gruppe aus Eisenach und die Anteile der Senger-Kraft GmbH & Co. KG mit Betrieben in Erfurt, Sömmerda, Weimar, Apolda, Naumburg, Weißenfels und Leipzig zum 1. Juli 2019 an die Max-Schultz-Gruppe aus Suhl. Beide Unternehmen sind langjährige Mercedes-Händler in den neuen Bundesländern. Der Deal erfolgte in enger Abstimmung mit der Daimler AG.

Von dem Verkauf betroffen sind insgesamt elf Betriebe mit rund 320 Mitarbeitern. Insgesamt betreibt die Senger-Gruppe aktuell 41 Standorte mit knapp 2.500 Mitarbeitern. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz und vermarktete 42.900 Fahrzeuge. Senger-Kraft enstand im Jahr 2000 durch die Fusion von Senger Automobile GmbH und Neils & Kraft.

„Mit Senger-Kraft verbindet uns eine Erfolgsgeschichte: Gemeinsam sind wir zu einer festen Größe in der Region geworden und haben eine Vielzahl von Erfolgen feiern können“, erklärt Andreas Senger. Entscheidend für diese Entwicklung seien vor allem die engagierten Mitarbeiter vor Ort sowie eine treue Kundschaft und verlässliche Partner. „Bei diesen Menschen bedanken wir uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und ebenso für die Treue“, fügt Michael Kraft an. Die Gesellschafter seien davon überzeugt, mit dem Verkauf der Geschäftsanteile die Weichen für eine prosperierende Zukunft von Senger-Kraft in Mitteldeutschland gestellt zu haben.

Beim Mercedes-Vertrieb wollte man sich zu dem konkreten Vorgang auf Anfrage nicht äußern, sondern erläuterte lediglich noch einmal den allgemeinen Hintergrund zu den Umstrukturierungen im Vertriebsnetz. Unter anderem stellte ein Sprecher heraus, dass es bei den Aufwendungen für den neuen Mercedes-Markenauftritt für die Händler „um eine notwendige Investition in die Zukunft“ gehe. Nicht alle Vertriebspartner hätten aber die erforderliche Betriebsgröße, um die notwendigen Investitionen unter Berücksichtigung der Renditeziele zu tätigen. Man sei mit allen Vertriebspartnern in laufenden Strategiegesprächen.

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