Servicemanagement: Der Datenbohrturm

Autor / Redakteur: Jakob Schreiner / Jakob Schreiner

Jeder Kfz-Betrieb sitzt auf einer wertvollen Datenquelle. Wer sie richtig nutzt, kann mit den Erkenntnissen seine Umsätze verbessern. Das Analysetool WESP hilft dabei, sie für das Servicegeschäft zugänglich zu machen.

Stefan Vorbeck (li.), Geschäftsführer von Auto Vorbeck, und sein Werkstattmeister Kim Ahlf besprechen die WESP-Auswertungen regelmäßig miteinander, um daraus konkrete Maßnahmen für den Service abzuleiten.
Stefan Vorbeck (li.), Geschäftsführer von Auto Vorbeck, und sein Werkstattmeister Kim Ahlf besprechen die WESP-Auswertungen regelmäßig miteinander, um daraus konkrete Maßnahmen für den Service abzuleiten.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Wenn Daten das neue Öl sind, dann sind sie zu wertvoll, um sie ungenutzt in den Tiefen der EDV schlummern zu lassen. Um sie nutzen zu können, müssen sie an die Oberfläche gefördert und entsprechend aufbereitet werden. Eine Möglichkeit, seinen Datenschatz heben zu lassen, bietet das niederländische Unternehmen WESP (We Support Performance). Das Prinzip dahinter ist schnell erklärt: Die Analysesoftware filtert die nützlichen und wertvollen Informationen, die ein Kfz-Betrieb täglich produziert, und stellt diese aufbereitet in Form von wöchentlichen „Reports“ zur Verfügung. Darin enthalten sind Kennzahlen aus dem eigenen Servicegeschäft sowie Vergleichswerte aus der Branche.

„Die Reports decken die eigenen Schwächen im Unternehmen schonungslos auf“, sagt Stefan Vorbeck, Geschäftsführer von Auto Vorbeck und ZDK-Vorstandsmitglied. Er erhält sie etwa seit einem halben Jahr. Darauf sieht er beispielsweise, wie viel Umsatz seine Mechaniker mit Inspektionen, Bremsflüssigkeitswechsel oder dem Tausch von Bremsscheibe und Bremsklötzen erwirtschaftet haben. Darin enthalten ist auch stets der Vergleich mit anderen Werkstätten. So lässt sich direkt erkennen, wie häufig die Mitbewerber eine bestimmte Leistung erbracht haben, wo die eigene Werkstatt dazu im Vergleich liegt und wo sie eventuell Umsätze liegen lässt. Auch das Lohn-Teile-Verhältnis wird analysiert, und so lässt sich vergleichen, wie die Mitbewerber bestimmte Leistungen einpreisen. Bislang stehen für den Vergleich die Daten laut WESP von etwa 60 Kfz-Betrieben zur Verfügung. Das reicht aus, um im Allgemeinen verlässliche Aussagen zu treffen. In speziellen Fällen ist die Vergleichszahl zu gering. Aber: Je mehr mitmachen, umso größer wird die Basis und umso verlässlicher werden die Vergleiche.