Suchen

Shuttle-Dienst in Hamburg nutzt elektrische London Taxis

| Autor: Andreas Grimm

Ein Mobilitätsprojekt in Hamburg wirft ein Schlaglicht auf die Zukunft des automobilen Verkehrs. Spontan gebildete Fahrgemeinschaften fahren auf individuellen Strecken in einem elektrischen Großraumfahrzeug. Dazu haben sich ein Start-up und ein Traditionshersteller zusammengefunden.

Firmen zum Thema

In Hamburg setzt der Shuttledienst-Anbieter Ioki auf die emissionsfreien London Taxis.
In Hamburg setzt der Shuttledienst-Anbieter Ioki auf die emissionsfreien London Taxis.
(Bild: Ioki)

Kurz nach der Premiere des elektrischen London Taxis auf dem Kontinent hat das Fahrzeug des chinesisch-britischen Produzenten LEVC einen ersten Großabnehmer gefunden: Ioki – eine Tochter der Deutschen Bahn. Das Unternehmen wird das TX genannte Auto in der Tradition der Londoner Black Cabs als „Ioki Hamburg Shuttles“ einsetzen.

Ioki bietet seit dem Jahr 2017 Mobilitätsdienste auf Bestellung an. In Hamburg geht das Unternehmen nun gemeinsam mit den den Verkehrsbetrieben Hamburg –Holstein (VHH) an den Start. Es nutzt individuelle Routen, um spontan gebildete Fahrgemeinschaften an ihr Ziel zu bringen. Ziel ist, zunächst in den Stadtteilen Lurup und Osdorf Passagiere besser an die Netze des öffentlichen Nahverkehrs anzubinden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Das neue System ist komplett in das Preissystem der VHH integriert und kann per App gebucht werden. Die Fahrten können entweder an einer beliebigen Adresse starten und an einer Haltestelle enden oder umgekehrt. Dabei ist das Ioki-Angebot ins Tarifsystem der VHH eingebunden, sprich die Fahrscheine sind auch auf den Shuttle-Strecken gültig.

Ioki hat sich nach eigenen Angaben aus mehreren praktischen Gründen für den Einsatz der TX-Modelle entschieden. Die Elektrotaxis seien emissionsfrei unterwegs, wegen ihrer Geräumigkeit und den weit öffnenden Türen seien sie für Rollstuhlfahrer und Reisende mit Kinderwagen einfach zugänglich. Auch die anderen Merkmale des Autos wie Induktionsschleifen für Hörgeräte, kontrastierende Haltegriffkanten und Blindenschrift für Sehbehinderte oder Blinde machten den TX attraktiv.

Mit der örtlichen Emissionsfreiheit kommt das TX-Fahrzeug zur rechten Zeit, kämpft doch Hamburg derzeit mit Fahrverboten und punktuell schlechter Luftqualität. Ende Mai hatte die Hamburger Regierung erstmals Fahrverbote auf zwei Hauptstraßen für ältere Dieselmodelle verhängt. Auch wenn der Anteil zur Minderung der Emissionsbelastung von den eingesetzten Fahrzeugen minimal sein wird, als Aushängeschild für ein sauberes Mobilitätsangebot eignen sich die „London Taxis“ allemal.

Um es mit dem Vorstandschef des Herstellers LEVC, Chris Gubbey, zu sagen: „Wir haben den TX gebaut, um die Mobilitätsprobleme der Zukunft anzugehen.“ Mit dem kooperativen Ansatz von Ioki in Hamburg werde „ein zugänglicheres Transportsystem geschaffen, das für alle funktioniert“.

Seit fast 70 Jahren baut LEVC (früher die London Taxi Company) das legendäre London Taxi in Coventry. Der neue elektrische TX greift auf dieses automobile Erbe zurück. Die neue Taxi-Generation von LEVC wird in einem neuen Werk produziert, in das die chinesische Muttergesellschaft Geely 325 Millionen Pfund investiert hat.

(ID:45437695)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«