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Siegburger Gericht hebt Kündigung nach verdecktem Test auf

| Autor: Yvonne Simon

Ein verdeckter Test im Autohaus ging für einen Kfz-Mechaniker gründlich schief. Sein Arbeitgeber wollte ihm daraufhin kündigen – laut Gericht zu Unrecht.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Nachdem er einen verdeckten Test verpatzt hatte, wollte ein großes Siegburger Autohaus einem Kfz-Mechaniker kündigen. Wie die Zeitung „Kölnische Rundschau“ am Dienstag berichtete, wurde die Aufhebung des Arbeitsvertrags nun in zweiter Instanz für nicht rechtmäßig erklärt.

Ein Prüfdienst hatte dem Mechaniker ein Auto mit sechs Mängeln vorgeführt, das dieser angeblich für einen Privatkunden instand setzen sollte. Davon erkannte der 53-Jährige, der seit mehr als 25 Jahren im Autohaus beschäftigt ist, allerdings nur zwei. Wegen einer anderen Fehlleistung war der Arbeitnehmer außerdem früher schon abgemahnt worden. Der Fall endete vor dem Arbeitsgericht Siegburg, das die Kündigung für unwirksam erklärte.

Schlechte Leistung muss über längeren Zeitraum belegt werden

Gegenüber der „Kölnischen Rundschau“ begründete die Arbeitsrichterin Dr. Dorothea Roebers das Urteil: Der Arbeitgeber hätte beweisen müssen, dass der Mitarbeiter überdurchschnittlich viele Fehler macht. Die Formulierung, er arbeite „immer schlechter“ als die anderen, reiche nicht aus. Das Autohaus hätte die Anzahl, die Art und die Folgen der Fehler über einen Zeitraum von ein paar Wochen – besser noch Monaten – dokumentieren und darlegen müssen. Grundsätzlich sei von Beschäftigten nur zu erwarten, dass sie ihr jeweiliges „subjektives Leistungsvermögen ausschöpften“, so Roebers weiter.

Im Anschluss an das Urteil des Arbeitsgerichts hatte der Mitarbeiter eine ihm angebotene Abfindung abgelehnt und auf seinem Arbeitsplatz bestanden. Der Arbeitgeber hingegen hatte das Urteil nicht akzeptiert und Berufung eingelegt, die das Landesarbeitsgericht abgewiesen hat.

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 Yvonne Simon

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Redakteurin Management & Handel