Sixt-Werbung „Ab ins Gelände“ landet vor Gericht

Vermieter weist Irreführung zurück

| Autor: dpa

Sixt hat sich juristischen Ärger für eine Werbeaussage eingehandelt. Weil die Kundschaft des Vermietriesen die angepriesenen Miet-SUVs laut Geschäftsbedingungen gar nicht abseits der Verkehrswege im freien Gelände fahren darf, hat die Wettbewerbszentrale das Unternehmen vor dem Münchner Landgericht verklagt.

Richter Wolfgang Gawinski deutete bei der mündlichen Verhandlung am Donnerstag an, dass die Autovermietung sich darauf einstellen muss, künftig weniger vollmundige Werbesprüche zu formulieren. „Das ist nach momentaner Auffassung der Kammer nicht bloß eine werbeübliche Übertreibung“, sagte Gawinski.

Die Wettbewerbszentrale ist eine Selbstkontrollorganisation der deutschen Wirtschaft. Der entsprechende Streit mit Sixt läuft seit mehreren Jahren, zunächst vor der Industrie- und Handelskammer, seit vergangenem Jahr vor Gericht.

Urteil für den 5. März erwartet

Sixt wollte Mieter für teure SUV anlocken und hatte deswegen mit dem Spruch „Ab ins Gelände“ fürs Offroad-Fahren geworben. Auf Nachfrage der Wettbewerbszentrale stellte sich jedoch heraus, dass Offroad in diesem Fall nicht wörtlich zu verstehen ist.

Denn die Kunden dürfen nur auf öffentlichen Verkehrswegen fahren. Sixt weist den Vorwurf der Irreführung zurück, weil das Fahren auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen erlaubt ist, sofern diese für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind, wie der Sixt-Anwalt betonte. Das Gericht will sein Urteil am 5. März verkünden.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46308031 / Recht)

Plus-Fachartikel

Zusatzgeschäft E-Bikes: Die Turbostufe einschalten

Zusatzgeschäft E-Bikes: Die Turbostufe einschalten

Während die Höfe der Autohändler überquellen, kommen die E-Bike-Händler mit dem Auffüllen ihrer Lager kaum nach. Warum also nicht ein zweites Standbein mit Zweirädern aufbauen? Drei Autohäuser haben das getan – auf ganz unterschiedliche Art. lesen

Zusatzgeschäfte: Ein Riecher für’s Geschäft

Zusatzgeschäfte: Ein Riecher für’s Geschäft

Das Autohaus Herold in Lauf ist so breit aufgestellt wie kaum ein anderer Betrieb: Neben Autos verkauft man auch Motorräder, betreibt eine Tankstelle und einen Pizza-Imbiss. Das zahlt sich nicht erst seit der Coronakrise aus. lesen