Skoda-Händler diskutieren Visionen und Verbesserungen

25-jähriges Bestehen des Partnerverbands

| Autor: Andreas Grimm

Macher für Skoda: Händlerverbandspräsident Thomas Peckruhn (li.) und der Ex-Vorstandschef von Volkswagen, Carl H. Hahn.
Macher für Skoda: Händlerverbandspräsident Thomas Peckruhn (li.) und der Ex-Vorstandschef von Volkswagen, Carl H. Hahn. (Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Verband Deutscher Skoda-Vertragspartner (VDS) bleibt im 25. Jahr seines Bestehens bei seinem sachlich-konstruktiven Kurs im Verhältnis zum Importeur. Auf der Jahreshauptversammlung in Berlin wurden die Protagonisten dieses Gesprächsstils um Präsident Thomas Peckruhn ohne Gegenkandidaten für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Das langjährige Vorstandsmitglied Kersten Borst wurde einstimmig als 1. Stellvertreter gewählt. Zwei langjährige Mitglieder stellten sich nicht mehr zur Wahl: Christian Mette ersetzt im Vorstand Günther Rube als Fachmann für den Service. Auf Hans Mette folgt Stefan Schwarzbauer.

Trotz der Kontinuität wird die Veranstaltung den rund 300 Skoda-Partnern wohl lange im Gedächtnis bleiben: Anlässlich des Doppeljubiläums – der Importeur Skoda Auto Deutschland feiert ebenfalls 25-jähriges Bestehen – waren die Wegbereiter der Entwicklung des tschechischen Fabrikats als Gastredner nach Berlin gekommen: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, Carl H. Hahn, und der langjährige Skoda-Chef Detlef Wittig skizzierten die Geschichte des Aufstiegs der Marke mit 25.000 Verkäufen in Deutschland zum größten Autoimporteur.

Der aktuelle Skoda-Vorstandsvorsitzende Bernhard Maier – erstmals nahm ein Chefmanager des Autobauers persönlich an der Hauptversammlung teil – erläuterte Weichenstellungen und Visionen, die diesen Erfolg weiterführen sollen (den Bericht dazu lesen Sie hier). Unter anderem forderte er die Skoda-Betriebe auf, weiterhin an die Zukunft der Marke zu glauben. „Wir haben den Willen, die bevorstehenden Veränderungen zu gestalten. Wir bringen neue Fahrzeuge und erschließen neue Geschäftspotenziale. Aber zur Umsetzung vor Kunden brauchen wir den Handel.“

In der Anwesenheit der Redner sah der alte und neue VDS-Präsident Thomas Peckruhn ein Zeichen der Wertschätzung des Herstellers und des Importeurs für seine Händler und Partner sowie für die „ergebnisorientierte Verbandsarbeit“.Er nahm zugleich das Bekenntnis von Maier zum stationären Handel auf, denn „Erfolg braucht starke Partner“. Diese hätten in neue Autohäuser investiert und seien bereit, die Skoda-Produkte „als erster Ansprechpartner der Kunden, als Bindeglied in Zeiten der Digitalisierung erfolgreich zu vertreiben“. Gleichzeitig verdeutlichte Peckruhn, dass angesichts des erfolgten wie des noch nötigen Invests in enger Abstimmung zwischen Verband und Importeur alles getan werden müsse, um den Händlern eine ausreichende Rendite zu ermöglichen.

Rendite muss steigen

Die ist mit durchschnittlich 1,8 Prozent im laufenden Jahr allerdings noch ausbaufähig, insbesondere im Vergleich zu den 9,3 Prozent des Herstellers. Problematisch ist dabei laut Kersten Borst, dem Sprecher des Arbeitskreises Betriebswirtschaft, dass gerade kleinere Betriebe weit unterdurchschnittliche Renditen erwirtschafteten. „Wir brauchen eine Rendite von 3 Prozent in der Fläche, um das Eigenkapital zu erhöhen und weitere notwendige Investitionen zu tätigen.“

Der Verband sieht konkrete Verbesserungsmöglichkeiten, die Rendite zu erhöhen. Er ist mit dem Importeur im Gespräch, die Lieferzeiten für bestimmte Modelle wieder auf ein marktgängiges Niveau zu senken. Im Fokus stehen zudem mehrere Aspekte im Service: So müssten die Stundenverrechnungssätze für Gewährleistungsarbeiten angehoben werden und die Kosten für die wachsende Zahl an Schulungen – an deren Notwendigkeit kein Zweifel besteht – gesenkt werden. Zudem wurden hohe Servicestandards hinterfragt, die die Kosten treiben: Der Skoda-Kunde erwarte „Simply clever“ auch im Service und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, für das die Marke generell steht.

Ergänzendes zum Thema
 
Verbandspräsidium

Ebenfalls Diskussionsbedarf haben die Skoda-Partner, das zeigte die Diskussionsrunde mit der Geschäftsführung des Importeurs, bei der Gestaltung der Kundenzufriedenheitsabfrage, die angesichts der inzwischen weit verbreiteten Online-Bewertungsmodule auf Portalen wie Mobile.de oder Ebay als antiquiert empfunden wird, und bei der Konditionierung im Großkundengeschäft. Drittens ärgert viele Partner, dass nach den Investitionen in die Showroom-CI nun Neuerungen für die Werkstätten kommen, etwa mit dem Assistenzarbeitsplatz. Die grundsätzliche Notwendigkeit wird dabei nicht bestritten, wären aber die neuen Standards früher bekannt gewesen, hätte man effektiver planen und gestalten können.

Frank Jürgens, Geschäftsführer des Importeurs, und seine Führungsmannschaft sicherten in der Diskussion zu, die allgemeinen und speziellen Anliegen aufzunehmen. Die beiderseitige Offenheit, Veränderungsbereitschaft und Dialogbereitschaft habe sich bewährt. „Mit diesen Werten können wir den Erfolgsweg der letzten 25 Jahre sicher fortsetzen.“

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