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Skoda: „In der Digitalisierung muss die Organisation ständig am Ball bleiben“

| Autor: Andreas Grimm

Der Digitalisierungsprozess hat viele Facetten, bedeutet aber auch einen erheblichen Aufwand. Wie sich die Anforderungen kanalisieren lassen, erläutert der Digitalchef von Skoda Auto Deutschland, Peter Lorenzen, im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

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Das ändert sich nun. Mit Skoda Connect ergeben sich für den Fahrer viele Anwendungen.
Das ändert sich nun. Mit Skoda Connect ergeben sich für den Fahrer viele Anwendungen.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Redaktion: Sie sind seit gut einem Jahr Leiter Digitalisierung Händlersysteme bei Skoda. Welche Kernaufgabe steckt hinter diesem Job?

Peter Lorenzen: Die Position hat sehr viele spannende Facetten. Da ist das wichtige Thema Skoda Connect. Skoda ist der erste Volumenhersteller, der seine Fahrzeuge serienmäßig mit einem umfassenden Konnektivitätspaket anbietet. Hier offerieren wir unseren Kunden einen wichtigen Zusatznutzen, aber auch dem Handel ein Kundenbindungsinstrument.

Stichwort Handel – nehmen Sie denn die Partner draußen am Point of Sale mit ins Boot?

Mein Team und ich sind damit befasst, dem Handel die richtigen Systeme und Prozesse zur Verfügung stellen, um unseren Kunden zum richtigen Zeitpunkt und im passenden Kanal, online und im persönlichen Kontakt, die richtigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Im ersten Schritt bauen wir hierfür einen neuen Verkäuferarbeitsplatz für unseren Handel, der verschiedene Systeme integriert und letztendlich den Verkaufsprozess unterstützt. Die Kunden und der Handel werden davon deutlich profitieren.

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Nun gibt es d e n Handel ja bekanntlich nicht. Wie heterogen sind die Skoda-Partner hinsichtlich der Digitalisierung aufgestellt?

Ich glaube, dass der Skoda-Handel ähnlich aufgestellt ist wie andere Wettbewerber. Allerdings haben wir gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern einen entscheidenden Vorteil: Er basiert auf dem Vertrauen, dass der Handel und Skoda Auto Deutschland mit zentralen Informationsdatenbanken arbeiten können. Das bietet uns eine sehr gute Basis, um gemeinsam gezielt mit Systemen und Prozessen die Kundenansprache aufzubauen.

Gut gemachte Webseiten im responsive Design sind die Visitenkarte des Handels. Da gibt es beim Importeur wie im Netz noch Hausaufgaben zu erledigen. Wie ist der Stand?

Diese Aufgabe ist ein Prio-Projekt. Wir befinden uns mit den neuen Webseiten in einer Pilotphase und schärfen aktuell nach. Aus meiner Sicht ist dabei die große Herausforderung ein System zu entwickeln, das zum einen die verschiedenen Handelstypen bedient und zum anderen die Stärke des lokalen Händlers in der Suchmaschine voll nutzt, ohne einfach nur eine Subdomain unserer Importeursseite skoda-auto.de zu sein.

Inzwischen scheint es en vogue zu sein, dass sich Händler, zumindest die größeren, eigene Onlineshops bauen. Ist das aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Das muss die Handelsgruppe für sich entscheiden und hängt aus meiner Sicht stark davon ab, wie sie hinsichtlich Ressourcen und Systemen aufgestellt ist. Es ist wichtig zu verstehen, was gerade auf der Webseite oder im Shop passiert und was die Kunden wünschen, um darauf basierend das Online-Angebot zu optimieren. Das ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess.

Betrachten wir die andere Seite der Digitalisierung, nämlich in den Autos. Sind die Konsumenten in der Breite für die vielen digitalen Anwendungen überhaupt bereit?

Wir sind davon überzeugt und unsere sehr hohen Aktivierungsraten für Skoda Connect bestätigen das. Gleichzeitig müssen wir alle lernen, welche Vorteile die digitalen Dienste bieten und sie dann auch konsequent nutzen. Weil wir Skoda Connect serienmäßig anbieten, hat jeder Kunde die Möglichkeit, die Dienste persönlich zu erleben und seinen individuellen Nutzen daraus zu ziehen.

Doch wie sieht es im Handel aus? Können die Verkäufer die digitalen Tools erklären und verkaufen?

Ja, das können sie. Natürlich haben wir den ein oder anderen Verkäufer erst überzeugen und in speziellen Schulungen die Vorteile des Systems sowie die Kundennutzen gemeinsam herausarbeiten müssen. Aber bei digitalen Diensten ist es ja das Besondere, dass eine kontinuierliche Weiterentwicklung stattfindet und die gesamte Organisation dadurch ständig am Ball bleiben muss.

Wie fördert Skoda die digitale Kompetenz in seinem Vertriebs- und Servicenetz?

Themen zur Digitalisierung stehen kontinuierlich auf jeder Schulung und in jedem Workshop auf die Agenda. Letztendlich muss es Teil der DNA eines jeden werden, denn es betrifft alle Bereiche bei uns und im Handel.

Über Skoda Connect lassen sich Servicetermine in der Werkstatt buchen. Sind die Skoda-Partner darauf systemseitig eingerichtet, oder müssen sie dafür aufrüsten?

Mit Einführung von Skoda Connect haben wir den Partnern das entsprechende System selbstverständlich freigeschaltet. Wir arbeiten aktuell daran, die Leads in unser zentrales Leadmanagement zu überführen, sodass wir künftig alles aus einer Hand ohne Systembrüche zur Verfügung stellen können. Das wird uns einen großen Schritt nach vorne bringen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«