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Skoda-Museum präsentiert 110 Jahre altes Oldie-Unikat

| Autor: Andreas Grimm

110 Jahre alt, 12 PS stark, mehrfach umgebaut und Filmstar – der einzige erhaltene Sportwagen Laurin & Klement BSC hat viel mitgemacht. Gleichzeitig ist das Modell vielen Tschechen ein Begriff. Nun kann es im Skoda-Museum weitere Jahrzehnte überdauern.

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Mehr als ein Klassiker: der 110 Jahre alte Laurin & Klement BSC.
Mehr als ein Klassiker: der 110 Jahre alte Laurin & Klement BSC.
(Bild: Skoda)

Skoda stellt im Firmenmuseum am Unternehmenssitz in Mlada Boleslav seit Kurzem eines der emotionalsten Modelle aus der Frühgeschichte des Autobauers aus, den Sportwagen Laurin & Klement BSC aus dem Jahr 1908. Von dem Sportwagen sind Herstellerangaben zufolge nur zwölf Exemplare gebaut worden. Das Ausstellungsstück mit bewegter Geschichte ist mutmaßlich das einzige noch existierende Exemplar und eines der wertvollsten Exponate in der Sammlung von Skoda.

Dass der BSC nun im Museum steht, hat auch mit Zufall zu tun. Dass das Auto so lange durchhält war nicht unbedingt zu erwarten. Tatsächlich musste das Auto in den vergangenen zwei Jahren aufwändig restauriert werden. Zu seinem 110. Geburtstag rollt es nun in das Markenmuseum. Alle wichtigen mechanischen Komponenten des fahrbereiten Einzelstücks sind Originalteile, der Motor trägt die authentische Seriennummer, mit der der Sportwagen 1908 die Werkshallen verließ.

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Nach der umfassenden Überholung von Fahrwerk, Motor, Getriebe und weiteren Baugruppen sowie dem Einbau einer neuen Elektrik erhielt der Laurin & Klement BSC eine Karosserie, die exakt nach den historischen Quellen gefertigt wurde. Inzwischen ist das Modell fahrbereit. Der 1.399 Kubikzentimeter große Zweizylinder erwacht nach nur wenigen Umdrehungen der Handkurbel zum Leben.

Der Laurin & Klement BSC rollte nach Skoda-Angaben am 12. Juli 1908 vom Band, was durch die Motornummer 5635 einwandfrei festzustellen war. Danach musste das Auto einiges über sich ergehen lassen, wechselte häufig den Besitzer und erfuhr zahlreiche Modifikationen. Fast schon zur Berühmtheit wurde der BSC im Film „Dedecek automobil“ (Großvater Automobil), der am 27. März 1957 in die tschechoslowakischen Kinos kam. Damals war er bereits ein Oldtimer, wurde aber dennoch zum Rennwagen umgebaut. Später wurden die Form der Motorhaube und der Kotflügel sowie viele Details verändert – auch für weitere Filmauftritte. Alle wesentlichen mechanischen Teile jedoch blieben im Original erhalten und das über all die Jahre stets fahrbereite Fahrzeug wurde zu einem Fixstern der tschechoslowakischen Oldtimerszene.

Im Jahre 2016 kam der Laurin & Klement BSC schließlich unter die Obhut des Skoda-Museums. Dessen Experten analysierten den Zustand des Fahrzeugs und recherchierten seine Historie in Archiven. Anschließend begann die Restaurierung mit dem Ziel, den BSC wieder an seinen Auslieferungszustand von 1908 zu bringen.

Der jetzt restaurierte Oldie ist Teil der BS-Modellreihe, die es mit mindestens sechs verschiedenen Radständen und fünf Spurweiten gab. Auf dieser Basis bot der Hersteller zahlreiche Karosserieausführungen an. Zu den wertvollsten Versionen zählten die zwölf Fahrzeuge in der sportlichen Ausführung BSC. Sie hatten eine Motorleistung von 12 statt bislang 10 PS. Der erste BSC rollte am 10. Juni 1908 aus den Werkshallen von Laurin & Klement, der letzte am 20. Oktober 1908.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«