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Skoda Vision X: Konsequent weniger Abgas

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Europaweit muss der CO2-Ausstoß von Neuwagen runter, sonst drohen den Autobauern hohe Strafen. Wie das gehen soll, zeigt Skoda in Genf mit der Studie Vision X.Es ist eine erstaunliche Kombination verschiedener Antriebsarten.

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Im Zentrum des Messeauftritts von Skoda in Genf stand 2018 die Studie Vision X.
Im Zentrum des Messeauftritts von Skoda in Genf stand 2018 die Studie Vision X.
(Bild: Schreiner / »kfz-betrieb«)

Martin Hrdlicka weiß: Es wird richtig teuer, wenn er als Herr über Motoren und Antriebe bei Skoda nicht kräftig Gas gibt. „Schon übernächstes Jahr verhängt die EU hohe Strafen, wenn wir nicht den Schadstoffausstoß aller verkauften Autos im Schnitt auf 95 Gramm drücken.“ Jedes Gramm mehr kostet 95 Euro - pro Auto, das Skoda in Europa verkauft. Es drohen also gewaltige Millionenstrafen.

Das Concept-Car Vision X, das Skoda auf der Automesse in Genf (8.-18. März) zeigt, hat für diese Herausforderung eine Lösung. Und ein erster Einblick in die Technik zeigt: das mit dem „Gas geben“ darf der Betrachter wörtlich nehmen. Übrigens tut das Skoda Deutschland auch: „Ich halte Erdgas für eine attraktive Lösung für die Zukunft. Wir sehen den CNG-Antrieb als Möglichkeit, die CO2-Ziele zu erreichen“, sagte Skoda-Geschäftsführer Frank Jürgens auf dem Genfer Salon.

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Zunächst mal steckt die neuartige Technik auch in einer neuen Außenhaut - der des kommenden Mini-SUV Polar nämlich. Der Verwandte zu Seats Arona und dem kommenden Polo-SUV ist Skoda-typisch eine Ecke größer. Statt auf 4,10 Metern wie der Spanier, darf sich der tschechische Ableger der Konzern-Plattform MQB A0 auf 4,25 Meter lang machen, der Radstand beträgt mit 2,65 Metern auch elf mehr als beim Seat. 1,50 Meter Höhe und 1,80 Meter Breite zeigen allerdings, dass der Skoda eher hochgelegter Kombi als echter SUV ist. Dazu passt, dass es auf der kleinsten Plattform des Konzerns keinen Allradantrieb geben wird.

Das ist beim Concept-Car für Genf noch anders. Dort werkelt nämlich ein Elektromotor mit 20 kW/27 PS und 70 Newtonmetern Drehmoment an der Hinterachse, der seine Energie aus einem 48-Volt-Batteriesystem bezieht. Über ein Planetengetriebe fließen bis zu 1.000 Newtonmeter bei Bedarf an die Hinterräder, per Differenzial auch gezielt je nach Traktion.

Elektrischer Allradantrieb

Das E-Aggregat sorgt im Zusammenspiel mit dem 1,5-Liter-Verbrenner (95 kW/130 PS, maximales Drehmoment 250 Newtonmeter), der über einen riemengetriebenen Startergenerator (RSG) verfügt, für kontinuierlichen Allradantrieb. Die Systemleistung der beiden Antriebseinheiten ermöglicht dem Skoda eine Beschleunigung von null auf 100 in 9,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h. „Eine Alternative für kleinere Modelle, bei denen der mechanische Allradantrieb zu teuer ist oder für die reine Traktion im Normalbetrieb gar nicht nötig“, erklärt Hrdlicka.

Der elektrifizierte Allradantrieb wird wohl erst einmal im kommenden Polar nicht zu sehen sein – aber für die niedriger motorisierten Modelle eine Klasse darüber könnte es eine günstige Alternative zum mechanisch aufwändigeren Haldex-Allrad sein. Der Polar hat aber auch ohne die Elektro-Hinterachse einiges zu bieten – vor allem Platz. In der Klasse ab 16.000 Euro ist das ein Argument, mit dem sich typische Skoda-Käufer anfreunden werden. Oder um noch einmal Frank Jürgens zu zitieren: „Für uns ist der Vison-X eine spannende Kombination aus Erdgas- und Elektromotor. Vielleicht ist das auch eine Kombination die zukünftig interessant werden könnte. Mit der Studie wollen wir einfach mal testen, wie dieser Antriebsmix ankommt.“

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