23-Millionen-Euro-Betrieb eröffnet So will Audi sein Erscheinungsbild im Handel anpassen

Autor: Christoph Seyerlein

Die Ingolstädter entwickeln den Look ihrer Terminals weiter. Wie, zeigt ein Flagship-Store in München. Wir verraten, inwieweit sich der Handel mit dem neuen Konzept „Audi Progressive Retail“ befassen muss.

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Für 23 Millionen Euro hat Audi in München-Trudering einen neuen Flagship-Store gebaut.
Für 23 Millionen Euro hat Audi in München-Trudering einen neuen Flagship-Store gebaut.
(Bild: Audi)

Eine neue Handels-CI soll es nicht sein, zumindest eine Anpassung nimmt Audi in seinem Erscheinungsbild vor Kunden allerdings vor. Die Ingolstädter haben nun in München-Trudering einen Flagship-Store eröffnet, der ein wenig anders als die aktuellen Audi-Handelsbetriebe daherkommt.

Das Konzept namens „Audi Progressive Retail“ will die VW-Tochter laut einer Mitteilung auch auf andere Betriebe ausweiten. Welche potenziellen Investitionen das für Händler bedeutet, ist noch unklar. Händler, deren Audi-Terminals auf dem bisherigen Stand sind, müssen sich mit dem Thema aber offenbar erst einmal nicht zwangsläufig beschäftigen. Stattdessen peilt die Marke an, ihre Ideen bei Neu- oder Umbauten im Handel umzusetzen.

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Erst kürzlich hatte die Scherer-Gruppe mit einem Audi-Terminal in einem speziellen Look überrascht, den man so bislang nicht kannte. Der Hersteller hatte dazu erklärt, dass es sich um eine individuelle Umsetzung des Händlers mit Genehmigung aus Ingolstadt handelte.

Der Niederlassungs-Betrieb in München-Trudering wiederum erinnert mit seiner schwarzen Hülle an den der Scherer-Gruppe. Zwei Themen rückte Audi bei dem Bauprojekt in den Mittelpunkt: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Erstmals setzte die Marke bei einem Gebäude beispielsweise auf CO2-neutrales Fassadenmaterial. Dabei holte sich Audi Unterstützung vom Berliner Start-up „Made of Air“. Die Außenhülle aus Bio-Kohlenstoff-Composit soll nun permanent atmosphärisches CO2 binden.

Erster CO2-neutraler Audi-Betrieb der Welt

Zudem erstreckt sich über das gesamte Dach der Immobilie eine Photovoltaik-Anlage. Sie soll sicherstellen, dass das Gebäude ohne fossile Brennstoffe versorgt werden kann. Auch eine Schnellladesäule im Außenbereich mit bis zu 150 KW Leistung und fünf Ladepunkte mit jeweils 22 KW in der Tiefgarage soll die Solaranlage füttern. Geplant sind weitere 16 Ladestationen. Insgesamt wird der Bau so zum ersten CO2-neutralen Audi-Betrieb und erhält dafür auch ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Im Inneren setzt Audi noch stärker als bislang auf digitale Elemente. Neue Konfiguratoren sollen fotorealistische Darstellungen der Modelle ermöglichen. Für eine Beratung müssen Kunden nicht zwingend in das Autohaus kommen. Auch virtuell ist dies durch Augmented-Reality-Brillen und Cloud-Technologie möglich.

Insgesamt steht der Betrieb auf einem 11.000 Quadratmeter großen Grundstück. Das dreigeschossige Gebäude nimmt davon etwa 3.800 Quadratmeter ein. Die Fertigstellung des Autohauses hat 20 Monate beansprucht. Insgesamt sind 23 Millionen Euro in das Projekt geflossen.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility