Getriebeölspülung
Spülend leicht?
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Mithilfe von Getriebeölspülungen kann man schwindende Umsätze beim Motorölwechsel spielend ausgleichen. Spielend? Leider nein. Denn auch die Arbeit an Automatikgetrieben ist eine, für die es Hirn und einiges mehr braucht. Wir verraten, was alles.
Mit „Palmström, etwas schon an Jahren, wird an einer Straßenbeuge und von einem Kraftfahrzeuge überfahren“ beginnt Christian Morgernsterns Gedicht „Die unmögliche Tatsache“. Tot fragt sich der Geschädigte, wie das passieren konnte, und kommt zu dem Ergebnis: „Nur ein Traum war das Erlebnis. Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.“ Genau dieser letzte Halbsatz Morgensterns wurde zum geflügelten Ausdruck, den jeder kennt. Er passt auf vieles, auch auf Automobil- bzw. Hersteller von Automatikgetrieben. Auch diese verfahren nach dem Prinzip „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Verschleiß in einem mechanischen System? „I wo!“, sagen da viele und winken bei dem ab, was bei jedem Getriebe einst üblich war und bei Motoren bis heute ist: der regelmäßige Wechsel des Öls bzw. Fluids (ATF: Automatic Transmission Fluid).
Klar, es gibt Ausnahmen. Allen voran Hersteller Mercedes-Benz, der seine Wandler-Automaten selbst produziert, definiert klare Wechselintervalle. Nach 60.000 km/ 3 Jahren bzw. 125.000 km/5 Jahren schreiben die Stuttgarter einen Ölwechsel vor. Das Gros der Fahrzeughersteller hüllt sich in Schweigen bzw. zieht sich auf die bekannte Floskel „Lifetime“ bzw. „Fill for life“ zurück. Doch diese bedeutet keineswegs, wie Autofahrer und viele Werkstätten meinen, „unbegrenzt“. „‚Lifetime‘ bzw. ‚Fill for life‘ beziehen sich vielmehr auf die Laufleistung oder den Zeitraum, den der Fahrzeughersteller in Abstimmung mit dem Getriebehersteller festgelegt hat, innerhalb dessen das Getriebe unter normalen Betriebsbedingungen zuverlässig funktionieren soll“, stellt Marcel Paris, Product Management Automotive OEM bei Fuchs, klar. Übersetzt heißt das: 1) Über diese Kilometergrenze hinaus darf es durchaus zu Problemen kommen. 2) Unter nicht-normalen Bedingungen können/dürfen (viel) früher Probleme auftreten. Genau diese beiden Tatsachen sollten sich Werkstätten fürs Kundengespräch zunutze machen. Beispiel Subaru. Die Japaner deklarieren die Ölbefüllung ihrer Automatik („Lineartronic“) mit „Liftime“, verfügt das Fahrzeug allerdings über eine Anhängerkupplung, schrumpft das scheinbar ewige Intervall auf magerere 45.000 Kilometer zusammen.
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