JLR-Rückrufe Stecker können korrodieren

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Es steht ein größerer Rückruf für jüngere Land und Range Rover wegen eines möglicherweise nicht auslösenden Fahrerairbags an. Und die bislang bei uns in homöopathischen Dosen durchgeführten Takata-Rückrufe wachsen im Umfang.

Unter anderem müssen Tausende Defender bei den Servicepartnern vorgefahren werden. (Bild:  Aleksander Marko Perkovic/Jaguar Land Rover)
Unter anderem müssen Tausende Defender bei den Servicepartnern vorgefahren werden.
(Bild: Aleksander Marko Perkovic/Jaguar Land Rover)

Ein Sprecher von JLR hat auf Anfrage einen Rückruf für den Land Rover Defender (Modelljahre 2020 bis 2026) und Discovery (2021 – 2026) sowie den Range Rover (2022 – 2026) bestätigt. „Analysen der Steckverbindungen des Fahrerairbags in der Lenksäule haben gezeigt, dass dort Korrosion auftreten könnte. Dies könnte im Laufe der Zeit dazu führen, dass der Airbag im Bedarfsfall nicht wie vorgesehen auslöst“, begründete er die Maßnahme.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ergänzt die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge: Von den weltweit rund 630.000 Einheiten sind demnach über 31.000 in Deutschland gemeldet. Die Vertragswerkstätten tragen ein Schutz- oder Schmiergel auf die Kontaktstellen der Steckverbindungen des Fahrerairbags auf, was dem Sprecher zufolge je nach Modell 25 bis 30 Minuten dauert. Die internen Aktionscodes lauten „D120“ und „D121“.

Es ist aktuell nicht der einzige Airbag-Rückruf bei JLR. Das KBA meldet zusätzlich noch die Rückruf-Kennungen „H573“ für den Jaguar XF, F-Pace und XE sowie „D094“ und „D109“ für den Range Rover und Land Rover Discovery Sport. Die Fehlermeldung ist altbekannt: Flensburg spricht von „unkontrollierter Entfaltung“ und dem „Lösen von Metallfragmenten“ bei Airbagauslösung. Das ist der übliche Wortlaut für das Takata-Debakel.

Takata-Rückrufe: Umfang deutlich erhöht

Bislang listete das KBA zu beiden Marken nur kleinere Takata-Rückrufe in Deutschland: die Aktionscodes „H361“, „H496“ und „H497“ galten für insgesamt 209 Exemplare des XF, die Nummern „N603“, „N897“ und „N898“ für in Summe 309 Discovery Sport und Range Rover. Nun weist die Behörde den fälligen Tausch der Airbagmodule hierzulande für rund 11.000 Jaguar- und über 5.500 Land Rover-Modelle aus. Sie liefen zwischen 8. September 2007 und 20. März 2017 beziehungsweise 4. Juli 2005 und 16. Februar 2017 vom Band.

Ob dies bedeutet, dass JLR – wie zuvor andere Hersteller auch – nicht mehr nur aus klimatischen Risikogebieten nach Deutschland importierte Fahrzeuge umrüstet, sondern alle hierzulande zugelassenen Jaguar und Land Rover mit potenziell gefährlichen Takata-Airbags, ist unklar. Der Sprecher konnte hierzu bislang noch keine Auskunft geben. Fest steht: die Durchführung der etwa zweistündigen Reparatur wird vom KBA überwacht.

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