Elektromobilität Steigende Neuwagenzahlen treiben den Gebrauchtwagenmarkt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Die BEV-Verkäufe steigen weltweit weiter, auch wenn die Dynamik zuletzt nachgelassen hat. In den boomenden Elektromärkten entwickelt sich zudem ein beachtenswerter Gebrauchtwagenmarkt.

Anschluss gefunden: Die Elektromobilität kommt weltweit voran.(Bild:  Grimm – VCG)
Anschluss gefunden: Die Elektromobilität kommt weltweit voran.
(Bild: Grimm – VCG)

Der Elektroautomarkt bleibt global auf Wachstumskurs. Das geht aus den Daten des „Electric Vehicle Sales Review“ von PwC Autofacts hervor, in dem die Neuzulassungszahlen in weltweit 43 ausgewählten Märkten ausgewertet werden. Speziell in China und Europa ist die Elektromobilität auf dem Vormarsch, während sie in den USA nach dem Wegfall der Förderung und wegen des politischen Gegenwinds rückläufig ist (-22 %).

In China erreichten die BEV-Verkäufe laut den PwC-Daten im 2. Quartal 2026 ein Rekordniveau und überschritten erstmals die 40‑Prozent‑Marke beim Marktanteil (44 %). „Jeder Monat des Quartals setzte neue Bestwerte, während PHEVs weiter zurückgingen“, heißt es in einer Kurzanalyse vom Dienstag (28. Juli). In Deutschland liegt das BEV-Wachstum seit dem 1. Quartal 2025 stetig über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilweise bei bis zu 56 Prozent.

Unter dem Strich ist die globale Elektro-Entwicklung jedoch nicht mehr so stürmisch wie zuletzt. 6,6 Millionen Neuzulassungen rein batteriebetriebener Stromer (BEVs) im zweiten Quartal bedeuten immer noch ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2025 war der E-Markt noch um knapp ein Drittel gewachsen.

Ölpreis treibt Elektro-Interesse

Als einen wesentlichen Treiber für den Schub der Elektromobilität identifizieren die PwC-Experten den Konflikt in der Golf-Region und den in der Folge um 30 Prozent nach oben geschossenen Ölpreis. „Die Ölpreisentwicklung wirkt wie ein externer Beschleuniger für die Verbreitung der Elektromobilität“, sagt Harald Wimmer, Partner und Global Automotive Leader bei PwC Deutschland.

Dazu komme die inzwischen erreichte technologische Reife der neuen E-Modelle: Hohe Reichweiten, wettbewerbsfähige Preise und klare Vorteile hinsichtlich der Betriebskosten sprächen für den Kauf eines E-Autos. „Das verändert die Marktlogik nachhaltig“, bilanziert Wimmer.

Ebenfalls verändert hat sich die Lage auf dem Gebrauchtwagenmarkt – die BEV sind besser verfügbar, die Preise sinken. In Deutschland, China und den USA sind gebrauchte BEVs einem größeren Preisverfall ausgesetzt als vergleichbare Verbrenner – im Mittel 52 Prozent für BEVs gegenüber 36 Prozent für Benziner- und Diesel-Modelle.

Gebrauchtwagenmarkt wächst weltweit

„Der funktionierende Gebrauchtfahrzeugmarkt wird zum echten Argument für den Umstieg“, meint Wimmer. Der Wertverlust senke die Einstiegskosten für BEV-Interessenten. Gleichzeitig übertreffe die Qualität und Zuverlässigkeit von Fahrzeugen und Batterien die ursprünglichen Erwartungen. „Für Nutzer ohne Reichweitenbedarf über 700 Kilometer ergeben sich dadurch sehr attraktive Optionen.“

In Deutschland hat sich der Anteil gebrauchter BEV an den Besitzumschreibungen binnen eines Jahres auf 6 Prozent verdoppelt, in den USA stieg der Anteil von 2 auf 3 Prozent. In China kommen die sogenannten New Electric Vehicles (NEV – das sind BEV und PHEV) auf einen Anteil von 11 Prozent am Gebrauchtwagenmarkt.

(ID:50912520)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung