Streit um Kaufprämie: „Für viele Firmen tickt die Uhr“

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Aus dem Branchenverband VDA kamen jüngst Warnungen vor einem drastischen Personalabbau bei Zulieferern. Laut einer Umfrage unter Mitgliedsfirmen stehen bereits 12.500 Arbeitsplätze wegen der Einbrüche in der Viruskrise auf der Kippe. Falls die Autonachfrage nicht bald anzieht, könnten bis Ende Juli fast zwei Drittel der Unternehmen Jobs streichen – einige bis zu 40 Prozent ihrer Stellen.

Vor allem Umweltschützer finden es jedoch völlig verfehlt, inmitten der Klimadebatte und nach „Dieselgate“ ausgerechnet der Autoindustrie zusätzliches Steuergeld zur Verfügung zu stellen. Mitglieder der Initiative Campact protestierten am Mittwoch erneut am Kanzleramt. Die Deutsche Umwelthilfe warnte vor „kontraproduktiven Kaufanreizen für Pkw mit Verbrennungsmotor beziehungsweise Plug-In-Hybrid“.

Außerdem mehren sich die Stimmen derer, die verlangen, bei der wirtschaftlichen Erholung nach dem Corona-Lockdown besonders den öffentlichen Nahverkehr in den Blick zu nehmen. Weniger Menschen nutzen wegen Angst vor Ansteckungen derzeit Busse und Bahnen - dabei sollen gerade sie die „ökologische Verkehrswende“ vorantreiben und Auto-Individualverkehr in den Städten weniger attraktiv machen.

Frankreich stellt acht Milliarden Euro bereit

In Frankreich beschloss der Staat ein Hilfspaket von mehr als acht Milliarden Euro für die heimische Autobranche. Über eine Milliarde Euro seien dabei dafür vorgesehen, die Nachfrage wieder in Schwung zu bringen, kündigte Präsident Emmanuel Macron an – im Gegenzug fordert er eine Öko-Wende. Die bisherige E-Auto-Kaufprämie wurde von 6.000 auf 7.000 Euro aufgestockt, neu sind 2.000 Euro für Plug-In-Hybride.

Einkommensabhängig gibt es außerdem eine Förderung beim Umstieg von einem Alt- auf ein Neufahrzeug: für Neuwagen mit Verbrennungsmotor 3.000 Euro, für E-Autos oder Plug-In-Hybride 5.000 Euro. Diese Hilfen sollen aber nur für die ersten 200.000 verkauften Autos fließen.

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