Studie: Deutsche stehen zum Verbrennungsmotor

Begrenztes Interesse an alternativen Antrieben

| Autor: Yvonne Simon

Während das Interesse an Dieselfahrzeugen in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hat, konnten Benziner zulegen.
Während das Interesse an Dieselfahrzeugen in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hat, konnten Benziner zulegen. (Bild: Aral)

Deutsche Autofahrer halten dem Verbrennungsmotor die Treue. Das geht aus der „Global Automotive Consumer Study“ von Deloitte hervor. Für die Studie hat der Wirtschaftsprüfungsdienstleister mehr als 22.000 Autofahrer befragt, davon 1.759 in Deutschland. Wenig überraschend ist hierzulande die Popularität von Dieselfahrzeugen gesunken: Im Vergleich zu 2014 hat das Interesse an Selbstzündern um 35 Prozent nachgelassen. Dafür konnten Benziner im gleichen Zeitraum ein Plus von 40 Prozent verzeichnen und die Diesel-Verluste kompensieren.

Insgesamt würden sich laut Deloitte 66 Prozent der deutschen Autofahrer beim nächsten Autokauf für einen Verbrennungsmotor als Antriebsart entscheiden. Ein Fahrzeug mit Hybridantrieb würden 23 Prozent der Befragten wählen. Nur 7 Prozent würden ein reines E-Auto kaufen. Im Vergleich zum Vorjahr lässt sich dabei dennoch eine leichte Öffnung hin zu alternativen Antrieben erkennen: 2017 gaben noch 72 Prozent der Befragten an, einen Verbrenner zu bevorzugen.

Mangelnde Reichweite, hohe Kosten beim Kauf und eine unzureichende Lade-Infrastruktur sind für die Deutschen die drei Hauptargumente gegen die Anschaffung eines batteriebetriebenen Fahrzeugs. Bei den Pro-Argumenten wiegt der Faktor Wirtschaftlichkeit am schwersten. 31 Prozent der Befragten halten die geringeren Betriebskosten für Treibstoff und Wartung für den Hauptvorteil von E-Autos. 27 Prozent nannten die Umweltverträglichkeit als wichtigstes Argument für E-Mobilität. Dagegen sehen 19 Prozent der Studien-Teilnehmer gar keinen Grund, sich ein Elektroauto anzuschaffen.

China: Hybrid vor Verbrenner

Ein Blick auf die anderen Märkte: Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Verbrenner in den USA und in Südafrika. In den beiden Ländern würden 80 beziehungsweise 85 Prozent der Befragten beim nächsten Fahrzeugkauf einen Solchen wählen. Ganz anders in China. Dort würden sich nur 39 Prozent für einen Verbrenner entscheiden. 40 Prozent gaben in der Volksrepublik an, einen Hybrid kaufen zu wollen, 16 Prozent ein reines E-Auto.

In Europa zeigt sich Italien als besonders aufgeschlossen gegenüber E-Mobilität. Nur 49 Prozent der Teilnehmer gaben dort an, einen Verbrenner zu bevorzugen. 36 Prozent der italienischen Autofahrer würden sich ein Auto mit Hybridantrieb zulegen, 7 Prozent ein reines Elektrofahrzeug.

Skepsis gegenüber autonomen Autos

Im Bereich autonomes Fahren haben deutsche Autofahrer weiterhin Vorbehalte. Nur 54 Prozent der Befragten würden ein selbstfahrendes Auto nutzen, selbst wenn Kosten und Sicherheit keine Rolle spielen würden. Die Zweifel an der Sicherheit autonomer Fahrzeuge haben allerdings im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen. Nur noch 45 Prozent der Befragten äußerten diesbezüglich Bedenken – 2017 waren es noch 72 Prozent gewesen.

Gleichzeitig zeigen sich die Autofahrer in Deutschland nicht bereit, Mehrkosten für die Technologie autonomer Autos zu akzeptieren. 50 Prozent der Befragten lehnen es definitiv ab, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Bei alternativen Antrieben ergibt sich ein ähnliches Bild: Für ein Hybridfahrzeug oder ein reines E-Auto würden 42 Prozent der Deutschen keinen zusätzlichen Cent ausgeben.

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