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Subaru-Handel: Zufrieden, aber nicht sorgenfrei

| Autor: Christoph Seyerlein

Mit ihrer aktuellen Situation können die Subaru-Händler größtenteils gut leben. Doch schon in der nahen Zukunft stehen Veränderungen bei der Marke an. Komplett sorgenfrei blicken die Partner diesen nicht entgegen.

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(Bild Achter / Redaktion »kfz-betrieb«)

Guter Status quo, aber die ein oder andere Sorge vor der Zukunft: Dieses Bild zeichnete sich bei der Tagung des Subaru-Händlerbeirats am vergangenen Samstag in Leipzig ab. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Themen Datenschutz, WLTP und die zukünftige Ausrichtung der Marke. Den Fragen der anwesenden Händler stellten sich von Subaru Deutschland Geschäftsführer Christian Amenda, Vertriebschef Tarek El Zind und Marketingleiter Jürgen Ehlenberger.

Die aktuelle Situation konnte dabei relativ schnell abgehandelt werden, denn derzeit gibt es auf beiden Seiten wenig zu klagen. Subaru liegt im Plan, die eigens gesteckten Ziele für 2018 zu erreichen. Christian Amenda ist zuversichtlich, das Ergebnis aus dem vergangenen Jahr mit rund 7.400 Neuzulassungen sogar zu übertreffen. Und der Handel verdient dabei Geld: Laut dem Beiratsvorsitzenden Thomas Knauber liegt die durchschnittliche Rendite der Partner zwischen 1,5 und 2,5 Prozent mit Tendenz hin zum höheren Wert. Dementsprechend beschrieb er die Stimmung unter den Teilnehmern auch als „richtig gut“.

Die Schwierigkeiten mit der Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfzyklus WLTP hat Subaru Deutschland vor allem mit Ausnahmegenehmigungen für Fahrzeuge, die die neue Norm noch nicht erfüllen, adressiert. Den Euro-6d-temp-Standard erreichen bislang nur der Outback 2.5, der BRZ, der Impreza mit 1,6-Liter-Motor und der XV mit 1,6-Liter-Motor. Für alle anderen Modelle liegen Sondergenehmigungen vor. Bis wirklich alle Fahrzeuge umgestellt und auch im Handel verfügbar sind, wird es laut Thomas Knauber noch eine ganze Weile dauern. „Bis dahin müssen wir Händler den Fokus auf den Abverkauf der vorhandenen Autos legen.“

Kein Volumenmodell in Sicht

Völlig sorgenfrei zeigten sich die Subaru-Partner allerdings nicht. Da ist zum Einen die doch recht ausgedünnte Modellpalette, einen Diesel gibt es beim japanischen Fabrikat nicht mehr und auch das ein oder andere Image-Modell wie etwa der WRX STi ist Geschichte. Das Diesel-Aus habe man zwar über gesteigerte Benziner-Verkäufe gut auffangen können, so Knauber. Mehr beschäftigt die Partner, dass bei der Marke weiter kein echtes Volumenmodell in Sicht ist. Die Stückzahlen bewegten sich ja bereits seit Jahren auf niedrigem Niveau. Bei gleichzeitig sinkenden Service-Umsätzen müssten sich manche Händler nach zusätzlichen Ertragsfeldern umsehen, so Knauber. Ähnlich hatte sich auch Christian Amenda bereits Anfang des Jahres geäußert.

Im Hinblick auf das aktuelle Tagesgeschäft bemängelte der Händlerbeirat außerdem, dass bei der Schadensteuerung vieles verkehrt laufe. Und aus Vertriebssicht hätten die Partner gerne mehr Verkaufsunterstützung. Gerade durch die nun wieder frisch ausgelobten Umtauschprämien einiger Konkurrenten steige der Wettbewerbsdruck.

Elektro-Wandel „wird keine einfache Zeit“

Und dann ist da auch noch das Thema Elektrifizierung. Christian Amenda hatte vergangene Woche bereits angekündigt, dass es damit wohl mit dem kommenden Forester 2019 auch in Europa losgehen werde. Aller Voraussicht nach wird Subaru dabei auf ein Mild-Hybrid-System setzen. Für die Betriebe bedeutet das neue Herausforderungen. „Der Wandel zur Elektromobilität muss geschehen“, ist Thomas Knauber überzeugt. „Aber das wird keine einfache Zeit.“ Jeden alteingesessenen Händler nun für das Thema Elektrifizierung zu begeistern, dürfte eine große Aufgabe werden.

Ein Versprechen für die nähere Zukunft gab der Importeur seinen Händlern am Samstag aber definitiv: Eine Kündigung des Vertriebsnetzes wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Einstellen müssen sich die Partner auf eine zunehmende Digitalisierung der Prozesse, „wer das will, kann vorerst aber auch alles weiter analog handhaben“, berichtete Thomas Knauber.

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